Sotschi - Viele Tränen statt ein „Finale dahoam“: Die deutschen Tennisspielerinnen haben ein spektakuläres Halbfinale gegen Gastgeber Russland mit 2:3 verloren und die Aufholjagd von Sotschi am Ende doch nicht krönen können. Das entscheidende Doppel verloren Andrea Petkovic und Sabine Lisicki mit 2:6, 3:6 gegen Anastasia Pawljuschenkowa/Jelena Wesnina.

„Die Enttäuschung ist maßlos. Ich muss mich gerade sehr zusammenreißen“, sagte Teamchefin Barbara Rittner und lobte vor allem Petkovic und Angelique Kerber: „Ich ziehe alle Hüte vor Petko und Angie.“ Nach dem Wechselbad der Gefühle über zwei Tage brachen derweil vor allem bei Petkovic alle Dämme, während auch Rittner die Ernüchterung über das bittere Ende der Titelträume deutlich anzusehen war.

Dabei war der zweite Final-Einzug in Folge trotz eines 0:2 nach dem ersten Tag am Sonntag wieder in greifbare Nähe gerückt. Die wie entfesselt aufspielenden Petkovic (Darmstadt) und Kerber (Kiel) hatten durch ihre Einzelsiege im Schnelldurchgang die Hoffnungen auf das Wunder von Sotschi genährt.

Noch nie hat ein DTB-Team einen derartigen Rückstand im Fed Cup aufgeholt, selbst die Anwesenheit von IOC-Präsident und Edelfan Thomas Bach nützte in der Adler Arena vor 3500 Zuschauern nichts. Vor allen Dingen Petkovic hätte zur Heldin werden können. Fünf Tage vor Beginn des Semifinals hatte die Weltranglistenelfte mit ihrer Absage für das Halbfinale geliebäugelt. „Ich war körperlich so kaputt und habe Barbara am Telefon gesagt, ich kann nicht spielen“, berichtete Petkovic, die am Sonntag dann einen wahren Kraftakt bewältigte.

Während ihrer Einzel-Gala gegen Swetlana Kuszenowa (6:2, 6:1) zitterte sie am ganzen Körper. „Mir war auch schwindelig, aber wenn es mental läuft, kann man alles schaffen“, sagte „Petko“ nach dem überragenden Auftritt.

Wenig später ließ auch Kerber beim 6:1, 6:0 gegen Pawljuschenkowa nichts anbrennen. „Ich habe die Energie vom Team mitgenommen“, meinte die deutsche Nummer zwei, die wie Petkovic am ersten Tag nicht spielte, da beide erst am Mittwochfrüh vom Turnier in Charleston anreisten. Die Russinnen traten ohne die verletzte Weltranglistenzweite Maria Scharapowa an.