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NWZonline.de Sport Tennis

Verhaltener Applaus für Dopingsünderin

27.04.2017

Stuttgart Die Begrüßung für die Dopingsünderin war reserviert, ihr Comeback auf der großen Bühne dafür umso imposanter: Tennisprofi Maria Scharapowa (30) hat sich nach ihrer 15-monatigen Sperre wegen Meldoniummissbrauchs mit einem eindrucksvollen Sieg zurückgemeldet. Die Russin spielte zeitweise, als sei sie nie weg gewesen und steht zur Belohnung im Achtelfinale des WTA-Turniers in Stuttgart.

Scharapowa bezwang in ihrem ersten offiziellen Match seit 456 Tagen die ehemalige US-Open-Finalistin Roberta Vinci aus Italien mit 7:5, 6:3. Zeitweise erinnerte sie schon wieder an die alte Maria – nicht zuletzt wegen des Stöhnens. „Das ist das beste Gefühl der Welt. Ich habe lange darauf gewartet“, sagte sie mit Tränen in den Augen.

Scharapowa, der elf Asse gelangen, wurde von den 4400 Zuschauern mit höflichem Applaus begrüßt – mehr nicht. Selbst wenige zaghafte Pfiffe gab es, aber auch ein paar Transparente („Welcome back, Maria!“). Die fehlende Matchpraxis war Scharapowa nur zu Beginn anzumerken.

In der Runde der letzten 16 trifft die frühere Nummer eins an diesem Donnerstag auf ihre Landsfrau Jekaterina Makarowa. Scharapowa, die das Sandplatzturnier in Stuttgart bislang dreimal gewonnen hatte (2012-2014), war mit Hilfe einer Wildcard ins Hauptfeld gerückt. Eine offizielle Weltranglistenposition hat die fünfmalige Major-Gewinnerin nach ihrer Sanktion nicht mehr. Ihre Sperre war Dienstagnacht abgelaufen, erst am Mittwochmorgen hatte Scharapowa die Anlage deshalb betreten dürfen.

Die Vergabe der Wildcard hatte unter den anderen Spielerinnen für Diskussionsstoff gesorgt. Angelique Kerber (Kiel) nannte den Umstand, dass Scharapowa spielen durfte, obwohl sie zu Beginn des Turniers noch gesperrt war, „sehr seltsam“. Auch Simona Halep (Rumänien) übte Kritik: „Als Vorbild für den Nachwuchs ist es nicht gut, wenn eine Dopingsünderin eine Wildcard bekommt“, sagte die Weltranglistenfünfte.

Titelverteidigerin Kerber greift erst an diesem Donnerstag ins Geschehen ein. Auch die letztjährige Finalistin Laura Siegemund (Metzingen) bestreitet dann ihr Achtelfinale.

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