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NWZonline.de Region

Ernte: Nützlicher Mix im Beet

05.06.2020

Möhren neben Zwiebeln, Knoblauch zwischen Erdbeeren – auf den ersten Blick mutet Mischkultur etwas von Kraut und Rüben an. Tatsächlich aber folgt diese Anbauweise Erfahrungen, die Gärtner*innen selbst gemacht und von anderen übernommen haben.

Doch der Reihe nach. Unter Mischkultur versteht Erika Brunken zunächst einmal ein Miteinander von Pflanzen im Garten. „Wenn verschiedene Pflanzen auf einem Beet in Gesellschaft zusammen wachsen - in Reihen oder durcheinander - nennt man das Mischkultur“, sagt die Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.

Schutz vor Krankheiten und Schädlingen

Der bunte Mix hat seine Vor- und Nachteile. „Die Vorteile liegen in der Biodiversität des gemischten Miteinanders. Alle Pflanzen nehmen Nährstoffe auf, scheiden aber auch Stoffe durch ihre Wurzeln aus“, sagt Brunken. Anders als in einer Monokultur verbreiteten sich Pilzkrankheiten unter Umständen nicht so rapide. Und auch Insekten könnten in einem Pflanzenmix ihre Wirtspflanzen nur schwer ausmachen: „In einer Mischung entwickeln sich manche Pflanzen besser, weil sie von ihren spezifischen Besuchern nicht so schnell oder gar nicht gefunden werden.“

Das trifft auch auf Schnecken zu. Brunken erinnert sich, wie sie einmal einjährigen Rittersporn ausgesät hatte – inmitten von Wildkräutern: „Die Schnecken haben die jungen Rittersporn-Pflänzchen nicht gefunden, bis ich die Wildkräuter jätete und der Rittersporn schön einheitlich in einer Reihe wuchs: Da haben die Schnecken vorn an der Reihe angefangen, es sich schmecken zu lassen, und haben sich bis ans Ende der Reihe durchgeschlemmt.“

Auf Wachstum achten

In der bunten Pflanzengemeinschaft herrscht aber nicht immer nur eitel Sonnenschein. Manche Pflanzen können sich im wahrsten Sinne des Wortes im Wege stehen und gegenseitig im Wachstum behindern. Minzen, beispielsweise, können über ihre Ausläufer schnell ein ganzes Beet übernehmen.

Brunken empfiehlt daher, bei der Zusammenstellung der Partnerschaften auf die jeweiligen Wachstumsgeschwindigkeiten und Ausbreitungsmerkmale zu achten: „Unter einer schnell wachsenden Kapuzinerkresse mit langen Ranken und großen Blättern gehen Aussaaten, Gemüsepflanzen und Sommerblumen unter.“ Dies bedeutet aber nicht, dass sich die Kapuzinerkresse gar nicht für eine Mischkultur eignet. „Sie können sommerlich abgeerntete Beete sehr schön bedecken, wenn keine Gemüse mehr auf ihnen wächst“, so die Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.

Gärtnerische Erfahrungswerte

Welche Pflanze sich für eine Mischkultur eignen – dazu gibt es vor allem Erfahrungswerte. Eine gute und bewährte Kombinationen sind laut Brunken Möhren und Zwiebeln. „Sie sind beide Schwachzehrer, wahrscheinlich fördern sie sich gegenseitig im Wachstum“, sagt Brunken. „Außerdem sind Zwiebelgewächse mit ihren dichten Wurzeln grundsätzlich für die Bodenfruchtbarkeit günstig.“

Dass Knoblauch zwischen Erdbeeren gepflanzt den Grauschimmelpilz-Befall der Erdbeeren hemmen soll, dafür gibt es laut Brunken keinen Beleg: „Meines Wissens nach gibt es dafür keine wissenschaftlichen Versuchsergebnisse, sondern nur Beobachtungen.“

Beetplanung als Hilfe

Anfänger*innen, die Erfahrungen mit Mischkultur sammeln möchten, rät die Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie zu einer Beetplanung – auch um einen Überblick über die stark- und schwachzehrende Gemüsearten im Garten zu behalten, die dann eine unterschiedliche Düngung benötigten.

Ihr Tipp: die Flächen rechts oder links von einem Gartenbeet entsprechend zuweisen. Auf den Beeten können dann verschiedene Gemüsearten wachsen: Salat mit Kohlrabi, Buschbohnen mit Bohnenkraut, Neuseeländer Spinat mit Radieschen oder Salat, Zucchini mit Spinat am Rand, Möhren und Porree, Rote Beete und Pastinaken. „Eine einfachere Übersicht behält man, wenn man die Gemüsearten in Reihen anbaut“, so Brunken. Dazwischen können zum Mischen auch Ringelblumen, Rote Melde, Tagetes, Rucola und andere Kräuter und einjährige Blumen wachsen. „Verschiedene Blattfarben, Blattgrößen, Blüten und Wuchshöhen machen den Gemüsegarten dekorativ und attraktiv“, ist die Gartenexpertin überzeugt.

Mut zum Ausprobieren

Viel wichtiger als das stumpfe Befolgen von Empfehlungen sind für sie aber Kreativität, Beobachtungsgabe sowie die Freude am eigenen Gemüse. „Es muss nicht gleich alles perfekt sein“, betont Brunken. Mit der Zeit lerne man mehr über die Gemüsearten und ihre Ansprüche – und alles, andere, was noch in einem Garten wichtig ist.

Zu gärtnern heißt aus ihrer Sicht auch zu lernen – und das jede Saison aufs Neue. „Haben Sie Mut zum Ausprobieren und fragen Sie nach - bei Eltern, Nachbarn, Gartenfreunden und Gartenliebhabern, die einen Gemüsegarten haben und profitieren Sie von ihren Erfahrungen“, so Brunken. „Zum Dank gibt es das frischeste Gemüse, die aromatischsten Kräuter und schönsten Blumensträuße.“

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