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NWZonline.de Region

„Jeder darf sich ausprobieren“

24.05.2014

Frage: Herr Ritter, Sie sind einer der Initiatoren des „Wurzelwerks Oldenburg“. Was hat Sie an der Idee des Urban Gardening fasziniert?

Martin Ritter: Mich hat – wie die anderen Wurzelwerker_Innen auch – das Miteinander beim Gärtnern fasziniert. Zum einen lernt man unglaublich viel voneinander und manche Sachen werden auch nur möglich, weil jeder seine/ihre Stärken hat. Zum anderen ist ein Garten ein schöner Treffpunkt, um miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Freundschaften zu schließen. Des Weiteren finden wir es sehr interessant, uns an neue Projekte zu trauen und selber Strukturen zu gestalten und uns dabei auszuprobieren. Die Ergebnisse gemeinsam zu genießen oder auch mal gemeinsam beim Versuch zu scheitern, bereitet Freude.

Frage:Urban Gardening ist vor allem Großstädten ein starker Trend. Dort haben viele Menschen keine Chance auf ein Gartenerlebnis. In Oldenburg mit seinen vielen Einfamilienhäusern ist das anders. Gibt es trotzdem genügend Potential für diese Idee?

Martin Ritter: Ja natürlich gibt es in Oldenburg viel Potenzial! Das merken wir an dem täglichen Zuspruch. Zwar lässt sich in einem Privatgarten auch Gemüse ziehen, manchen fehlt aber der Austausch mit anderen, und nicht selten kann ein Garten ja auch mal viel Arbeit machen. Da ist man froh, viele Unterstützer zu haben.

Frage: Grau ist alle Theorie. Überwiegen Lust oder Frust bei der praktischen Arbeit?

Martin Ritter: Wir sehen uns als eine Gruppe, die voneinander und miteinander lernt. Misserfolge passieren und helfen uns beim nächsten Mal, etwas anders zu machen. Am Ende steht die Gemeinschaft im Mittelpunkt und nicht das geerntete Gemüse, dass wir übrigens auch gemeinsam zubereiten und essen.

Frage: Jeder, der Lust auf Garten hat, kann beim Wurzelwerk mitmachen. Da können die Vorstellungen über das richtigen Gärtnern doch schnell mal auseinanderklaffen. Wie beugt das Wurzelwerk möglichen Konflikten vor?

Martin Ritter: Ein paar Regeln gibt es bei uns natürlich auch. Wir gärtnern ökologisch verträglich, d.h. wir benutzen keine Spritzmittel oder ähnliches und keinen Kunstdünger. Ferner müssen große Veränderungen, wie das Abreißen eines Beetes, mit der Gruppe abgesprochen werden.

Jeder soll und darf sich bei uns Ausprobieren, d.h. man kann morgen mit einer Idee in den Garten kommen und sie mit der Unterstützung anderer umsetzen. Ein wirkliches Problem entstand bisher noch nicht. Man muss aber lernen, sich manchmal zurückzunehmen und auch Fehler zuzulassen. Diese lockere Herangehensweise macht kreatives Arbeiten erst möglich.

Frage: Die Ambitionen des Wurzelwerks gehen ja weit über reine Gartenarbeit hinaus. Wie pflanzen Sie Ihre Ideen in die Köpfe Ihrer Mitmenschen?

Martin Ritter: Wir glauben, dass ein gutes funktionierendes Beispiel andere dazu ermutigt, so etwas auch zu machen. Wie nebenbei wird dadurch die Stadt lebendiger und ansprechender. Unser Ziel ist es, Barrieren abzubauen und die Oldenburger_Innen zum Mitmachen zu ermutigen.

Frage: Urban Gardening mitten in der Schrebergarten-Kolonie: Birgt das „Sprengstoff“?

Martin Ritter: Nur auf den ersten Blick. Tatsächlich hat sich die Suche nach einer öffentlichen Grünfläche im Stadtgebiet als schwerer herausgestellt, als angenommen. Der Schrebergarten KGV Haarentor hat uns jedoch gerne aufgenommen und war offen für unsere Ideen.

Frage: Das Wurzelwerk ist auf dem Weg zum eingetragenen Verein. Ist nicht eine lose Initiative befruchtender – und muss ich später Mitglied werden, um mich auf der Parzelle des „Wurzelwerks“ betätigen zu können?

Martin Ritter: Jeder ist willkommen, ob zum Schnuppern, für einmal im Monat oder regelmäßig. Dazu muss man kein Mitglied sein oder werden. Die Vereinsstruktur erleichtert es uns mit Partnern, wie beispielsweise der Stadt Oldenburg oder Stiftungen, zu kommunizieren. Ferner war es uns wichtig, dass unsere Initiative personenunabhängig läuft. Ohne eine Infrastruktur oder einen rechtlichen Rahmen ist das nur schwer möglich.

Frage: Welche öffentliche Arbeit verfolgt der Verein und wie können Interessierte mit „Wurzelwerk“ in Kontakt treten?

Martin Ritter: Wir engagieren uns neben dem Gärtnern und dem Vermitteln von Gartenwissen auch in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Außerdem präsentieren wir uns bei aktuellen Projekten, wie dem „Urban Schlossgardening“ am 24. Mai oder dem „Urban Garden“ der Oldenburg Stadtgärten vor dem Horst-Janssen Museum. Zukünftig würden wir gerne den Verein zu einer Austauschplattform für ähnliche Initiativen in Oldenburg weiterentwickeln.

@ Mehr Infos und Kontakt unter info@wurzelwerk-ol.de und www.wurzelwerk-ol.de

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