Oldenburg/Stuttgart - Neben den Ausstellern selbst prägten in den vergangenen Jahren auch stets prominente Köpfe mit ihren Vorträgen die Nordwestmesse. Nach Hans-Olaf Henkel 2006, Lothar Späth 2007, Klaus Töpfer 2008, Heiner Geißler 2009, Kurt Biedenkopf 2010 und Klaus von Dohnanyi im vergangenen Jahr gehört in diesem Jahr u.a. Ernst-Ulrich von Weizsäcker zu den Premiumgästen auf der „Business Plus“.
Von Weizsäcker, eigentlich Diplom-Physiker und Biologieprofessor, gilt als ein Pionier nachhaltigen Wirtschaftens. Der 73-Jährige hat als Autor viele einflussreiche Bücher verfasst. In seinen Bestsellern „Faktor Vier“ (1995) und „Faktor Fünf“ (2010) macht er klar, dass Umweltschutz und wirtschaftlicher Wohlstand sich nicht ausschließen müssen.
In von Weizsäcker vereinen sich Klimaforscher und Umweltpolitiker. Von 1991 bis 2000 führte er als Präsident das renommierte Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Für die SPD saß der Neffe von Altbundespräsident Richard von Weizsäcker von 1998 bis 2005 im Deutschen Bundestag und wirkte dort unter anderm als Vorsitzender der Enquetekommission Globalisierung sowie als Vorsitzender des Umweltausschusses. 2008 erhielt der Sohn des Philosophen und Physikers Carl Friedrich von Weizsäcker den „Deutschen Umweltpreis“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), 2009 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
Er sei „eine herausragende Persönlichkeit“, jemand, der „weltweit dafür bekannt ist, pionierhafte Antworten auf globale Umweltprobleme zu finden“, lobte ihn Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, bei der Preisverleihung 2008. Zuletzt war von Weizsäcker freiberuflich in Emmendingen (Baden-Württemberg) tätig und engagierte sich als Honorarprofessor an der Universität Freiburg.
Auf der Nordwestmesse hält von Weizsäcker am ersten Messetag (16 Uhr) einen Vortrag zum Thema „Energiewende als technische Herausforderung in Deutschland: Industriepolitik neu denken“. Anschließend stellt er sich den Fragen von Studierenden.
