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NWZonline.de Region

Vom Sultan Süleyman in unsere Gärten

21.04.2017

Oldenburg Schon von weitem kann man ihn erahnen, wenn sein süßlicher Duft bereits von üppiger Blüte zeugt. Wie gut, dass der „Gemeine Flieder“ (Syringa vulgaris) bereits im Jahre 1560 im Rahmen während Friedensverhandlungen von dem österreichischen Gesandten Busbequius aus dem türkischen Konstantinopel nach Wien gebracht wurde. Und nicht nur er: Gemeinsam mit der Tulpe ging es Richtung Westen, wo man zunächst an den Höfen Gefallen an ihm fand. Die riesigen Parks und Gärten von Schlössern und Burgen waren zunächst neue Heimat dieses Luxusguts, das ursprünglich aus den Gärten des mächtigen Sultans Süleyman stammte, der ebenfalls einen Sinn für alles Schöne auf dieser Welt hatte. Im 16. Jahrhundert war der Flieder zunehmend auch in Frankreich zu Haus, bis er auch in Deutschland zahlreiche Liebhaber fand.


Vom Kaiser zum Bauern

„Allerdings dauerte es seine Zeit, bis der Flieder auch in Gärten außerhalb prunkvoller höfischer Anlagen zu finden war“, erzählt Elke Haase, die sich mit ihrer Firma piccoplant in Oldenburg vor vielen Jahren selbst dem Flieder verschrieben hat. Über Österreich gelangten erste „normale“ Sämlinge auch zu den Privatleuten, die ebenfalls die große Bedeutung des Flieders erkannten. So war er schon bald ein typischer Anblick im Bauerngarten, wo er nicht nur für schöne Sträuße sorgte, sondern gleichzeitig auch als Windschutz diente. Woran viele Menschen bei der sehr beliebten Pflanzung als Einzelstrauch oft gar nicht mehr wissen: Einige Sorten lassen sich auch sehr gut als Blütenhecke nutzen.


Erste Selektionen

Schon bald stellten Gärtner fest, dass sich die Blüten oft nur in kleinen Nuancen unterschieden. Die eine war heller, die andere etwas dunkler. Erste Sorten entstanden, oft mit sehr kuriosen Namen. „Eine der ersten Sorten heißt beispielsweise Charles X. Allerdings geht man davon aus, dass damals, also ungefähr zu Beginn des 19. Jahrhunderts, viele Gärtner Analphabeten waren, und dass das X quasi als Unterschrift galt“, berichtet Elke Haase schmunzelnd. „Übrigens kann man diese Sorte noch heute kaufen. Gerade sorgt eine russische Initiative dafür, dass der Zarenhof wieder eine prunkvolle Allee nach historischem Vorbild erhält, und zwar mit Charles X.“


Berühmte Züchter

Mit der Vererbungslehre von Gregor Mendel begann man mit ersten klassischen Züchtungen. Als ein sehr wichtiger Vertreter ist hier der Franzose Victor Lemoine aus Nancy zu nennen, der neben zauberhaften Fliedern wie Lucie Baltet auch viele Pfingstrosen in neuen Sorten auf den Markt gebracht hat. „Gerade die Sorte Lucie Baltet ist durch ihren leichten Kupferton etwas ganz Besonderes und außerdem sehr gut für die Kübelpflanzung geeignet“, meint Elke Haase. „Lemoine, der übrigens zu einer traditionsreichen Gärtnerdynastie gehört, war es auch, der zunehmend gefüllte Sorten hervorbrachte – ein Trend, der noch heute zu beobachten ist. Denn gerade die buschigen Varianten erfreuen sich größter Beliebtheit“, so die Expertin. Übrigens waren es genau diese gefüllten Sorten, die erstmals in großem Stil in französischen Baumschulen angepflanzt und vermehrt wurden.

Aber auch Russland ist für seine Liebe zu dieser ursprünglich lilanen Pflanze bekannt. Daher entstanden in den letzten Jahrhunderten auch dort zahlreiche neue Sorten. Einer der bekanntesten Züchter ist Leonid Kolesnikov, der ebenfalls für seine gefüllt blühenden Pflanzen bekannt ist und diese auch im gemeinen Volk berühmt machte. Besonders schön sind die weißen Blüten des Pamyat’o Kolesnikove, die wie Perlen aussehen. „Überhaupt hat der Flieder in Russland eine lange Tradition. Die deutsche Prinzessin und letzte Zarin Alexandra ließ sich sogar ein spezielles Fliederzimmer gestalten.“

In Deutschland war es dann der Gärtner und Botaniker Ludwig Späth, der im 19. Jahrhundert mit neuen Züchtungen unter Pflanzenliebhabern für Freude sorgte.

Infos unter www.fliedertraum.de, weitere Neuigkeiten auch unter http://blog.fliedertraum.de/ oder https://www.facebook.com/fliedertraum

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