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NWZonline.de Ratgeber Familie Tiere

Tiere werden sie auch weiterhin begleiten

07.12.2018

Friesoythe Mehr als drei Jahrzehnte lang hat sie in Friesoythe tierischen Patienten geholfen. Nun wird Tierärztin Dr. Veronika Tholen ihre Kleintierpraxis an der Thüler Straße 25 in andere Hände geben. Zum 2. Januar wird die Räumlichkeiten Tierärztin Dr. Claudia Wiese (31), die gebürtig aus Cloppenburg kommt, übernehmen.

„Sie war schon als Schülerpraktikantin hier, hat ihr erstes Assistentenjahr hier absolviert und kommt nun wieder hierher zurück“, sagt Tholen. Das zehnköpfige Praxisteam wird Wiese, die auch den Tierpark Thüle betreut, übernehmen. Wie Tholen sagt, möchte die Friesoytherin die Kleintierpraxis personell erweitern. So sollen künftig mehrere Tierärzte dort praktizieren. Die Praxis soll dann „Kleintierzentrum am Stadtpark“ heißen. Der letzte Arbeitstag von Tholen wird der 1. Januar sein. In den vergangenen 32 Jahren sei sie rund um die Uhr im Einsatz gewesen – darunter in vielen Notdiensten. „Mein Privatleben ist dabei zu kurz gekommen“, nennt sie den Grund dafür, dass sie die Praxis abgibt.

Praxis schließt

Die Kleintierpraxis von Dr. Veronika Tholen an der Thüler Straße 25 in Friesoythe bleibt in der kommenden Woche von Montag bis Freitag geschlossen. Grund sind unter anderem Renovierungsarbeiten.

Angefangen hat alles im November 1986, als Tholen ihre Kleintierpraxis als erste in Friesoythe eröffnete. „Ich komme vom Bauernhof und habe mich immer intensiv mit Katzen beschäftigt“, erzählt Tholen. So habe sie die Lücke in Friesoythe gesehen und die Idee für eine eigene Praxis gehabt.

Seinerzeit befand sie sich noch an der damaligen Mühlenstraße 3. Aufgrund der steigenden Anzahl von Kleintieren eröffnete sie fünf Jahre später die größere Praxis an der Thüler Straße 25. Zuvor war dort eine kleine Kneipe. In dieser war 1988 der Tierschutzverein Friesoythe gegründet worden, dessen 1. Vorsitzende Tholen ist und dem sie auch weiterhin treu bleiben wird. Eventuell wolle sie sich auch überregional im Tierschutz organisieren.

Zu Beginn ihrer Tätigkeit als Veterinärin in Friesoythe sei sie nebenbei noch 17 Jahre lang in der Fleischbeschau beim Landkreis Cloppenburg tätig gewesen, sagt Tholen. In den ersten eineinhalb Jahren habe eine Tierärztin halbtags in der Praxis ausgeholfen. Ihre erste Helferin sei anfangs ihre Schwägerin gewesen.

In all den Jahren hat Tholen in erster Linie Hunde, Katzen, Kaninchen und Vögel, häufiger aber auch Rehe behandelt. Auch Alpakas aus dem Tierpark waren schon dabei. In den vergangenen Jahren habe die Zahl der zu behandelnden Katzen sehr zugenommen, erzählt die Tierärztin. Es gebe mittlerweile genauso viele Katzen- wie Hundebesitzer, wenn nicht noch mehr.

Gefreut habe sie sich vor allem immer, wenn sie ein Tier habe retten können, blickt Tholen zurück. Das war zuletzt bei einer französischen Bulldogge der Fall. Auch viele Kaiserschnitte habe es gegeben, und viele Welpen habe sie auf die Welt gebracht. Tholen: „Von diesen Glücksgefühlen habe ich gelebt.“

Etwas Kurioses hat sie beim diesjährigen Schützenfest mitten im Hochsommer erlebt. Mittags habe jemand angerufen und gefragt, ob er seine Ziege in die Praxis bringen dürfe, da sie von einem Kampfhund gebissen worden sei. Da Tholen die Person kannte, dachte sie, der Jack-Russell-Terrier würde „Ziege“ heißen. Dem war aber nicht so. Da staunte die Tierärztin nicht schlecht, als tatsächliche eine Ziege in einem Mini-Cooper vorgefahren wurde. Die Behandlung habe drei Stunden gedauert. Die Ziege wurde in Narkose gelegt. Dabei musste Tholen erst einmal nachschauen, wie das geht, da sie es zuvor noch nie gemacht habe. Dann wurde die Wunde genäht. „Das war schon sehr anstrengend bei der Hitze“, sagt sie. Es sei aber alles gut gegangen.

Mit Tholen verliert Friesoythe eine sehr kompetente und überaus engagierte Tierärztin. Sie gehe in erster Linie mit einem guten Gefühl, sagt Tholen. „Ich werde vor allem die Patientenbesitzer vermissen, denn sehr viele Freundhaften sind im Laufe der Jahre entstanden.“ Was sie nicht vermissen werde, sei der bürokratische Stress.

Tiere sollen sie auch weiterhin in ihrem Leben begleiten. Und dazu zählt nicht nur ihr Rauhaardackel. Sie könne sich auch gut einen neuen Job mit Tieren vorstellen. Tholen: „Sie werden mich immer begleiten. Denn Tiere enttäuschen nicht.“

Tanja Mikulski
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2902

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