Leiferde - Falsch verstandene Tierliebe wird für Igel oft zum Problem. „Zu viele Tiere werden zu uns gebracht, obwohl das nicht nötig wäre“, sagt Bärbel Rogoschik vom Artenschutzzentrum des Naturschutzbundes (Nabu) in Leiferde. Derzeit sind ihr zufolge rund 35 Tiere in der Einrichtung. „Viele Menschen können nicht einschätzen, wann ein Igel hilfsbedürftig ist.“

Die Tiere können erst Ende September geboren sein und wiegen daher teils nur wenige Gramm. Für viele Menschen wirkt es dann so, als würden sie hilflos und von ihrer Mutter getrennt ums Überleben bangen, erläutert Nabu-Sprecher Philip Foth. Das sei in der Regel aber nicht der Fall. „Wer die Tiere dann mitnimmt, trennt sie oft unnötig von der Mutter“, ergänzt Rogoschik.

Die Tierschutzeinrichtung appelliert, erst zu handeln, wenn Igel auf der Seite liegen oder sich sehr kalt anfühlen. „Wenn sie bluten oder Fliegeneier am Körper haben, kann ein Tierarzt aufgesucht werden“, so Rogoschick. Igel werden in Leiferde aufgepäppelt und schnellstmöglich ausgewildert.

„Das Einsammeln junger Igel ist ein klarer Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz“, betont Foth. Ganze Igelfamilien würden so auseinandergerissen. Dabei sei es im Herbst wichtig, dass die Tiere nicht gestört würden, um sich genug Fettreserven anfressen zu können.

Es gibt auch ganz einfache Möglichkeiten, Igeln zu helfen: „Das bereits gefallene Laub sollte einfach liegen gelassen werden“, nennt Foth als Beispiel. Die Laubhaufen seien ideale Behausungen gerade zur Jungenaufzucht.