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NWZonline.de Ratgeber Familie Tiere

Betagt und so temperamentvoll

05.10.2018

Mentzhausen /Rüdershausen Ein fester Bestandteil im Jahreskalender ist für den Gnadenhof Pferdeoase der Umzug der Vierbeiner von der Sommerweide ins Winterquartier. Jetzt stand von der Oldenbroker Straße aus der Marsch für die drei Herden an. Insgesamt 64 Pferde wurden zum Winterquartier am Stammsitz an der Friedrich-Rüder Straße in Rüdershausen gebracht.

Vor dem sogenannten „Almabtrieb“ folgte die Einweisung der Helfer vom Besitzer des Gnadenhofes, Bernhard Kutz, und Hofmeister Florian Krüger. Der Almabtrieb führt seit nunmehr über 20 Jahren über die rund einen Kilometer lange Wegstrecke nach Rüdershausen. Etliche Helfer, teilweise weit angereist von Kiel bis Leer und Dortmund, halfen mit.

Einige Pferde waren bei dem guten Wetter durchaus noch nicht gewillt, es dauerte eine gewisse Zeit, bis überall die Halfter angelegt waren. So ging es dann an der Leine im „Gänsemarsch“ los.

Florian Krüger machte klare Ansagen zum sicheren Ablauf. Bernhard Kutz fügte erklärend hinzu, dass ein Transport mit dem Hänger einfach viel mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Zudem gestalte sich der Almabtrieb zu Fuß wesentlich stressfreier für die Tiere. Mehr als 120 Zuschauer und Pferdeführer sorgten beim diesjährigen Almabtrieb für eine tolle Kulisse. Die 64 Pferde verschiedener Rassen und Größen, alle im betagten Alter, bewältigten die Tour bestens.

Erstmals war ein Ärzteteam der Uniklinik Marburg mit Dr. med. Barbara Carl dabei. Die Chirurgin: „Was hier für die alten Pferde an Gesundhaltung getan wird, ist bemerkenswert.“ Die große Anzahl von Besuchern war auch nicht von ungefähr. Die Vorsitzende vom Verein Gnadenhof Pferdeoase, Ute Luderer: „ Die Philosophie vom Gnadenhof, vom Abstellgleis ins Paradies, zieht viele Leute mit sich.“

Auf dem großen Sandplatz auf dem Stammhof trafen alle Vierbeiner zum Ablegen der Halfter ein. Dann folgte ein besonderes Schauspiel: Durch das Gatter ging es im schnellen Galopp auf die große Weide. Der Moorboden bebte und Staubwolken wirbelten aus der trockenen Grasnarbe empor. In dem Moment sah man den betagten Vierbeinern das Alter und gewisse Wehleiden nicht an.

Das Publikum stand dicht gedrängt am Zaun und war begeistert. Eine Zuschauerin: „Das erinnert daran, wenn die Wildpferde in Dülmen in die Arena strömen.“

Die Vierbeiner genossen ihre Freiheit und zogen noch etliche Ehrenrunden. Hier können die Pferde – je nach Wetterlage – verweilen, bis es in die Stallungen geht. Nach getaner Arbeit kam das Fachsimpeln und das weitere Kennenlernen der Paten bei einer Brotzeit im Stall nicht zu kurz.

„Es ist ein tolles Erlebnis, wenn die Pferde auf der Weide galoppieren und die Erde bebt“, sagte ein Pferdefreund, der aus Ostfriesland angereist war. Ein neuer, seltener Gast, hat auch Einzug in die Gruppe der Esel gehalten, die immer auf dem Hof verweilen: Es ist ein Poitou-Esel, eine gefährdete Rasse, benannt nach dem Stammgebiet im Westen Frankreichs. Diese Rasse wurde bereits im 11. Jahrhundert als Lastenträger gezüchtet. Der Geselle mit einem Stockmaß von 1,55 Meter braucht sich nicht zu verstecken.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-wesermarsch 
Mehr Informationen unter   www.gnadenhof-pferdeoase.de 
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