Neuenburg - „Ein Friedhof muss ja nicht trist sein“, meint Pastorin Natascha Hillje-von Bothmer. Deshalb wurde vor etwa drei Jahren damit begonnen, die Anlage in Neuenburg zu verschönern. Die Friedhofswege wurden erneuert, Bänke aufgestellt und Freiflächen mit insektenfreundlichen Stauden bepflanzt. Mittlerweile ist der Dorffriedhof ein Treffpunkt zum Verweilen und Klönen geworden.

Seit gut zehn Jahren ist Jürgen Martens als Dienstleiter für den Neuenburger Friedhof tätig. Er kümmert sich um Gräber, Wiesen und Wege. Dabei umschwirren ihn immer wieder viele Insekten, und er dachte sich: „Die müssen ja auch irgendwo wohnen.“ So entstand die Idee, ihnen einen Unterschlupf zu bauen. In Kurt Grimm fand er einen Mitstreiter und beide sponserten den Bau eines Insektenhotels. Die Anfertigung übernahm die Handwerkergruppe der Dorfgemeinschaft Grabstede, die schon ein baugleiches Hotel auf dem Bockhorner Friedhof errichtete.

Nun eröffnete die Pastorin mit einer kleinen Feierstunde im Gemeindehaus im Beisein von Mitgliedern des Friedhofsausschuss und dem Kirchenältesten das Hotel mit den vielen unterschiedlichen Zimmern. Die „Wohnungen“ bestehen aus Röhrchen, Stämmen, Holzstücken und Steinen mit Löchern. Die Löcher haben Durchmesser von drei bis acht Millimetern. Sie laden Schlupf-, Grab-, Weg- und Brackwespen, Blumenwanzen, Flor- und Schwebfliegen, Raub- und Marienkäfer, Glühwürmchen und auch Schmetterlinge zum Überwintern und Nisten ein.

Der Wandel in der Neuenburger Friedhofskultur werde fortgesetzt. So werden weitere Bänke aufgestellt und auch ein neues Holztor für den Eingang ist schon in Arbeit.