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NWZonline.de Ratgeber Familie Tiere

Plagegeist mit wichtiger Funktion

30.08.2019

Nordenham Sommerzeit und strahlender Sonnenschein – die beste Zeit für einen gemütlichen Grillabend im Freien oder ein leckeres Eis in der Mittagspause. Doch der Genuss kann schnell zum Albtraum werden, wenn sich lästige Mitesser dazu gesellen: Der Spätsommer ist Wespenzeit. Der Aktivitätszeitraum der Wespen erstreckt sich von April bis Mitte Oktober/Anfang November. Der Höhepunkt der Entwicklung wird im Spätsommer erreicht. Das Volk kann zu diesem Zeitpunkt aus bis zu mehreren Tausend Tieren bestehen“, sagen die Experten vom Fachdienst Umwelt beim Landkreis Wesermarsch.

Doch die vermeintlichen Plagegeister haben viele wichtige Funktionen im Naturhaushalt, sagen die Experten weiter. Eigentlich sind Wespen Vegetarier und ernähren sich von Zuckersäften der Pflanzen und Blüten. „Dadurch sind sie wichtige Bestäuber für Pflanzen, unter anderem für Obstbäume“, teilen die Experten des Fachdienstes mit. Wespen werden deshalb besonders von den Düften von Obstsäften, Speisen aus Früchten und Fallobst angelockt.

Für den Nachwuchs benötigen Wespen allerdings auch fleischliche Nahrung. „Sie machen deshalb Jagd auf Plagegeister wie Mücken, Fliegen, Spinnen, Blattläuse und andere Kleininsekten. Ein Wespenvolk vertilgt so mehrere Tausend Kleininsekten am Tag“, berichten die Experten. Die Wespen selbst dienen wiederum zum Beispiel Vögeln als Nahrung.

Unter Schutz

Wespen stehen unter Schutz, macht der Fachdienst des Landkreises deutlich. Eine Umsiedlung oder gar eine Abtötung des Wespenvolkes sei nur bei begründeten Anlässen möglich. Zum Beispiel dann, wenn Kleinkinder gefährdet sind. Auch Nester, die sich in Kopfhöhe direkt über der Tür befinden oder wenn Arbeiten, die durch das Nest behindert werden, nicht abgeschlossen werden können, gelten als begründete Anlässe. Unüberwindbare Ängste und Allergische Reaktionen können ebenfalls angeführt werden. Gehandelt werden dürfe jedoch nur mit einer Ausnahmegenehmigung, die von der Unteren Naturschutzbehörde ausgestellt wird.

Der Landkreis hat die Beratergruppe Hautflügler eingerichtet, die derzeit aus neun ehrenamtlichen Mitgliedern besteht, die Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Gruppe darf gern mit weiteren Interessierten aufgestockt werden.

Die wichtigste Regel beim Umgang mit Wespen sei vor allem: „Ruhe bewahren“, sagen die Experten. Getränke sollten im Freien abgedeckt werden. Kindern sollte nach dem Verzehr von Süßspeisen der Mund abgewischt werden, empfehlen die Experten. Besonders auf Obstwiesen sollte man nicht barfuß laufen und stark duftende Kosmetik vermieden werden.

Frischgeschnittene Zitronen mit Gewürznelken gespickt oder Nelkenöl schrecken dagegen Wespen ab. Eine NWZ-Umfrage unter Nordenhamer Bäckern in der Innenstadt ergab, dass Wespen hier in diesem Jahr bisher kein großes Problem sind. Die Nordenhamer Mitarbeiterinnen haben noch einen weiteren hilfreichen Tipp: Wespen mögen zum Beispiel den Geruch von Kaffeepulver nicht. Ein wenig Kaffeepulver in einer feuerfesten Schale angezündet vertreibe die Wespen effektiv, so der Tipp.

Der unteren Naturschutzbehörde wurden in diesem Jahr bereits um die 30 Wespen- beziehungsweise Hornissennester gemeldet. „Bei etwa der Hälfte der Anfragen war eine Beratung vor Ort und in einigen Fällen eine Umsiedlung durch die externen Berater notwendig“, teilt die Behörde mit.

Gutes Jahr für Wespen

Wegen der heißen und trockenen Wetterverhältnisse im vergangenen Sommer konnten sich die Wespenvölker gut entwickeln und durch den milden Winter waren die Überlebenschancen für die Königinnen günstig, wissen die Experten. Durch den derzeit ebenfalls relativ trockenen Sommer wird auch das Jahr 2019 vermutlich ein gutes Wespenjahr, mutmaßen sie.

Wer den schwarz-gelben Insekten so gar nichts abgewinnen kann, für den gibt es einen Lichtblick: Nach dem Schlüpfen der jungen Königinnen stirbt das Volk langsam ab. Nur die jungen Königinnen überleben und suchen sich für den Winter ein Quartier. Das alte Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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