Sedelsberg - Herbstzeit ist im Tierheim Sedelsberg auch immer wieder Katzenzeit. Denn gerade in der kälter werdenden Jahreszeit werden zahlreiche Katzen, insbesondere Jungtiere, in der Einrichtung des Tierschutzvereins Friesoythe und Umgebung abgegeben. Mehr als 90 Katzen seien es derzeit, sagt Madeleine Hoffmann, Leiterin des Tierheims.

Bereits Anfang diesen Jahres war die Zahl ähnlich hoch. Doch in den Sommermonaten waren zahlreiche Katzen vermittelt worden. Das ist auch jetzt noch der Fall. „Jeden Tag haben wir vier Termine für eine Vermittlung“, berichtet Hoffmann. Doch es kämen immer wieder Fundtiere nach.

Die Tierheim-Leiterin erinnert daher an die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen, die in dieser Region gelte: „Viele Leute scheinen das Kastrationspflichtgesetz nicht zu kennen.“ Doch die Einhaltung sei wichtig. „Sonst ertrinken wir in Katzenbabys“, so Hoffmann. Auch wer wilde Katzen auf seinem Grundstück laufen oder leben ließe, sollte das Tierheim auf diese hinweisen, damit sie kastriert werden können. Helfen würde das Tierheim auch Katzenhaltern, wenn eine Kastration beispielsweise zu teuer sei.

Viele der jungen Katzen im Tierheim seien zudem krank. Sie müssten in Quarantäne. Auch um die gestiegenen Behandlungskosten der Tiere decken zu können, bittet das Tierheim um Spenden. Darüber hinaus hat es die Preise für die Vermittlung von Katzen angehoben. Damit würden die Kosten immer noch nicht gedeckt werden, aber wie viele andere Tierheime sei man durch die gestiegenen Kosten zu diesem Schritt gezwungen gewesen, erklärt Hoffmann.

Bereits zweimal hatte das Tierheim in den vergangenen Wochen geschlossen gehabt, nachdem Mitarbeiter Kontakt zu Covid-19-Infizierten gehabt hatten. Zur Sicherheit waren alle Mitarbeiter in Quarantäne gegangen. Das habe alles gut geklappt, sagt Hoffmann. Die Versorgung der Tiere sei sichergestellt gewesen. Jedoch hatte die Vermittlung von Tieren in dieser Zeit eingestellt werden müssen. Auch um eine weitere Schließung zu verhindern, hat das Tierheim die Regelungen verschärft. Neben Maskenpflicht und Abstand halten, werden nur maximal zwei Personen bei einem Vermittlungstermin zu den Tieren gelassen.

Renke Hemken-Wulf
Renke Hemken-Wulf Redaktion Münsterland