HANNOVER - Die minimalen Hoffnungen von Dimitrij Ovtcharov haben sich zerschlagen. Auch die B-Probe des unter Doping-Verdacht stehenden Tischtennis-Profis enthielt erwartungsgemäß Spuren von Clenbuterol. Das hat nach Angaben des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) die Analyse des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln ergeben. Damit liegt beim derzeit suspendierten Ovtcharov ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vor. Ob der 22-Jährige bewusst gedopt hat ist damit noch nicht bewiesen. Der vierfache Team- Europameister beteuert weiterhin seine Unschuld.

„Dimitrij ist nicht überführt“, betonte sein Rechtsanwalt Michael Lehner am Donnerstag. „Es hätte mich gewundert, wenn die Probe negativ ausgefallen wäre“, sagte Lehner. Er kündigte als nächsten Schritt eine vorläufige Anhörung beim DTTB an, die in den kommenden zwei Wochen stattfinden soll. Dort müsse Ovtcharov nachweisen oder glaubhaft darlegen, dass er Opfer einer unwissentlichen Lebensmittel-Verseuchung während der China Open im August geworden ist.

Ovtcharov will bis dahin weitere Fakten zur Entlastung sammeln. Er hat bereits eine Haarprobe abgegeben, die derzeit in einem Labor in Kreischa untersucht wird. Die Analyse könne ergeben, dass der Athlet nur über einen kurzen Zeitraum mit der verbotenen Substanz in Berührung gekommen sein könnte.

Bekannt wurde Clenbuterol durch Katrin Krabbe. 1992 war die frühere zweifache Sprint-Weltmeisterin der Einnahme der verbotenen Substanz überführt worden.

unterstützt den Aufbau von Muskeln und verlangsamt deren Abbau. Bei entsprechendem Trainings- und Ernährungsverhalten kann ein schneller Muskelaufbau erzielt werden. Der Wirkstoff ist in Mitteln gegen Asthma enthalten. Clenbuterol stand mehrmals im Mittelpunkt von Tiermast-Skandalen.