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Olympia Rauer Ton in Diskussion über Fördergelder

Andreas Schirmer         Frank Kastner

Frankfurt/Kreta - Die Kontroverse um das Fördersystem im deutschen Sport nimmt an Schärfe zu. Olympiasieger Robert Harting und der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) kritisierten mangelnde Transparenz und die bisherigen Kriterien der Geldverteilung an die Verbände. Alarm schlug das Institut für Angewandte Trainingswissenschaften in Leipzig (IAT). Bei den Winterspielen 2014 in Sotschi drohe Deutschland ein Abrutschen im Medaillenspiegel.

„Wir bezweifeln, dass die aktuellen und aus Steuergeldern bestehenden Investitionen in den Leistungssport optimal den gesellschaftspolitischen Zielen des Landes dienen“, heißt es in einem von DTTB-Präsident Thomas Weikert und Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb verfassten Schreiben an führende Sportpolitiker. „Die Bedeutung des Breitensports als Basis für den Leistungssport wird nicht berücksichtigt, und die Verteilung der Fördergelder folgt unklaren Prinzipien.“

Harting schimpft

Auch Diskus-Olympiasieger Robert Harting meldete sich zu Wort und attackierte den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). „Die wissen da oben nicht, was die Bedürfnisse hier unten sind“, schimpfte der Berliner, der zur Kür des „Champions des Jahres“ auf Kreta weilt, und setzte die Spitzensportförderung in Relation zu den Kosten für das Berliner Schloss. „Es sind ja 200 Millionen. Wenn man überlegt, das Berliner Stadtschloss kostet 550 Millionen. Wir haben ja nicht einmal ein halbes Haus zur Verfügung für den ganzen deutschen Spitzensport“, sagte Harting. „Ihr müsst Euch vorstellen, ihr geht vom Wohnzimmer in die Küche und sie ist nicht mehr da.“

Der DOSB hatte jüngst verkündet, am Steuerungsmodell im Leistungssport und dem Prinzip der Zielvereinbarungen mit den Verbänden festhalten zu wollen.

Institut rüttelt auf

Dass es höchste Zeit sei, etwas Neues zu wagen, zeigen die Analysen des IAT. Mit ersten Ergebnissen der London-Spiele, bei denen die deutsche Mannschaft mit 44 Medaillen (11 Gold/19 Silber/14 Bronze) Platz sechs der Medaillenwertung belegte, will das Institut die Leistungsplaner wachrütteln. Deutschland gehöre nicht mehr zu den führenden Nationen in den Sommersportarten und bei einer Vielzahl der Sportarten sei die Trendwende verpasst worden.

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