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NWZonline.de Region

Torfbagger sogar in Russland gefragt

18.08.2010

OCHOLT Es war eine Revolution: Mit selbst entwickelten Maschinen vereinfachte Gebhard Strenge (23. November 1882 bis 3. März 1967) den Torfabbau massiv. Heute ist nach dem Moorpionier die Gebhard-Strenge-Allee in Ocholt benannt.

Gebhard Strenges Lebenswerk galt dem großflächigen, maschinellen Torfabbau. Die Menschen wurden so von schwerster körperlicher Arbeit entlastet. Rund 300 Hektar Hochmoor torfte die Firma Strenge ab und schaffte so Flächen für Siedler.

1910 begann Strenge gemeinsam mit seinem Bruder in dessen Firma mit dem Torfabbau mit Großbaggern. In jener Zeit handelte es sich wohl um den größten Betrieb in der Gemeinde Westerstede. Bis zu 150 Arbeitskräfte waren saisonbedingt im Fintlandsmoor beschäftigt.

Die selbst konstruierten Maschinen der Ocholter Firma waren schon bald weltweit gefragt. 1914, zu Beginn des Ersten Weltkrieges, reiste Strenge nach Russland. Mit Großbaggern sollte dort Torf abgebaut werden, weil Platz für ein Kraftwerk geschaffen werden musste, das Textilfabriken mit elektrischem Strom versorgen sollte. Den Auftrag hatte der Ocholter Betrieb gegen internationale Konkurrenz erhalten.

Strenge wurde bei seinem Russland-Besuch vom Ausbruch des Krieges überrascht. Er wurde interniert und in Sibirien festgesetzt. Erst fünf Jahre später kehrte er in seine Heimat zurück.

Hier machte er sich 1919 mit einem von ihm konstruierten Großbagger selbstständig. 1921 übernahm der Fabrikant Reinhard Brandy die Ocholter Maschinenbau- und Torfabbaufirma. Als diese 1927 in wirtschaftliche Schieflage geriet, übernahm Strenge den Betrieb. In der Folgezeit wurden die Maschinen hier immer weiter entwickelt.

Nicht nur als Unternehmer ging Strenge in die Geschichte ein. Ende der 1920er Jahre gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Ocholter Friedhofsvereinigung. Im Planungsausschuss setzte Strenge sich aktiv für den Bau der Paulus-Kirche ein. Sie wurde am 4. Advent 1956 eingeweiht.

Involviert war Strenge auch in die Instandsetzung der Howieker Wassermühle nach dem Zweiten Weltkrieg. Als die Ocholter Schule 1952 ihr 150-jähriges Bestehen feierte, schenkte Strenge der Schule mehrere Ölgemälde des Künstlers Georg Schmidt-Westerstede.

Frank Jacob
Rastede/Wiefelstede
Redaktion Rastede
Tel:
04402 9988 2620

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