DELMENHORST - Der Oberstleutnant nahm emotional Abschied. „Seine“ Soldaten spendierten ihm eine Fahrt im Streitwagen.
Von Wolfgang Loest
DELMENHORST - Dass er gern noch etwas länger in Delmenhorst geblieben wäre, daran ließ Axel Lautenschläger gestern keinen Zweifel. Die Männer und Frauen des Logistikbataillons 161 seien ihm ans Herz gewachsen, bekannte der Oberstleutnant bei der Übergabe des Kommandos an Oberstleutnant Arnd Frie.Viele der Gäste, die an der Zeremonie teilnahmen, hätten vor wenigen Jahren „mitgestritten und mitgelitten“, dass der Standort Delmenhorst eine Zukunft bekommt, erinnerte Lautenschläger. Das Bataillon sei von der Neustrukturierung der Bundeswehr stark betroffen gewesen. Truppenteile wurden abgegeben, andere umgegliedert. Parallel zu den organisatorischen Umstellungen hatten Teile des Bataillons bei mehreren NATO-Einsatzreserven, ISAF-Missionen und der EU-Mission im Kongo wichtige Aufgaben zu erfüllen. Dass alle Auslandseinsätze ohne Tote oder Schwerverletzte absolviert wurden, sei seine größte Freude. „Ich wünsche mir, dass dieser glückliche Umstand anhält.“
Von seiner Versetzung habe er wenige Tage nach seiner Rückkehr vom Einsatz in Afghanistan erfahren, berichtete Lautenschläger. Er hätte sich noch einige Zeit in Delmenhorst gewünscht. „Es war in jeder Hinsicht eine herausragende Zeit.“ Aber nicht nur das Leben, sondern auch die Arbeit gehe weiter. Das zeige sich daran, dass zur Kommandoübergabe nur rund 600 der mehr als 1000 Frauen und Männer des Bataillons angetreten waren: Der Rest befinde sich in Ausbildung, Übungen oder Urlaub.
Angesichts der großen Leistungsbereitschaft und Motivation könnten die Soldaten mit dem, was sie erreicht haben, sehr zufrieden sein. Allerdings sollten sie „bei allem berechtigten Stolz nicht überheblich werden“, gab der scheidende Kommandeur dem Bataillonsangehörigen mit auf den Weg.
Auch der Chef der Logistikbrigade, Oberst Winfried Zimmer, würdigte die Leistungen des Transportbataillons 161 während der letzten Monate. Derartige Leistungen von militärischen Verbänden seien immer das Ergebnis der Bemühungen aller, hingen aber natürlich auch von der umsichtigen Führung durch den Kommandeur ab. „Sie waren ein solcher Kommandeur, der mit sicherer Hand, aber auch mit Herz zu führen wusste“, lobte Zimmer.
Lautenschlägers Nachfolger, Oberstleutnant Arnd Frie, ist ein erfahrener Heereslogistiker, der in den vergangenen zehn Jahren u.a. als Dezernatsleiter im Materialamt des Heeres und als Inspektionschef der Nachschubschule in Garlstedt vielfältige Führungserfahrungen sammeln konnte. „Sie haben die amerikanische Ausbildung für Logistikoffiziere absolviert, haben Einsatzerfahrung aus KFOR und sind gerade aus dem Einsatz bei EUFOR zurückgekehrt“, resümierte Zimmer. Damit sei Frie bestens auf die Übernahme der Verantwortung für mehr als 1100 Soldatinnen und Soldaten vorbereitet. Dass der 44-Jährige diese Aufgabe gut bewältigen wird, weiß Zimmer nicht nur anhand der Papierlage. Der Oberst war bereits im Materialamt des Heeres sein Vorgesetzter.
