DELMENHORST - „Eine gute Idee allein reicht nicht, erst unternehmerisches Denken und eine Nachfrage auf dem Markt machen den Erfolg aus.“ Birgit Beisner spricht aus Erfahrung. Die Harpstedterin hat 2004 die Firma Wash & Rent gegründet, einen Dienstleister im Krankenhausbereich. Mit Erfolg. „Die Firma steht auf eigenen Beinen“, sagt Beisner. Im vergangenen Jahr ist sie mit dem 5000 Euro dotierten Oldenburger Gründerpreis 2007 für die erfolgreichste Unternehmensgründung ausgezeichnet worden.
Gemeinsam mit vier anderen Unternehmerinnen saß Beisner am Sonnabend auf der Bühne im Delmenhorster Veranstaltungszentrum com.media und berichtete von ihren Erfahrungen als Selbstständige. Die Oldenburger Existenzgründungsagentur für Frauen (Efa) hatte unter dem Motto „Selbstständige Frauen gestalten die Zukunft“ zum 4. Nordwestdeutschen Unternehmerinnenkongress eingeladen. Über 100 Frauen aus dem gesamten Weser-Ems-Gebiet nahmen an der Veranstaltung teil.
Neben Erfahrungsberichten von Unternehmerinnen aus der Region gehörten auch Fachvorträge zum Programm. Die Kommunikationsexpertin Susanne Westphal sagte, sie sehe ein gewaltiges Zukunftspotential in weiblichen Eigenschaften – etwa pragmatisches und lösungsorientiertes Handeln. Auch Männer würden von dieser Entwicklung profitieren. Prof. Dr. Susanne Boll verwies auf die Bedeutung des Internets. Unternehmerinnen müssten sich in ihrer Kommunikation und Vernetzung an aktuellen technischen Entwicklungen orientieren.
In anschließenden Workshops informierten sich die Teilnehmerinnen etwa über die Chancen der Kreativwirtschaft, die Fragen der Altersversorgung und die Zukunftsfähigkeit des eigenen Geschäftsmodells.
Das Modell der Delmenhorsterin Dalia Buchholz hat eingeschlagen. Vor neun Jahren eröffnete sie das Reisebüro Komet und spezialisierte sich auf osteuropäische Reisen. „Ich kenne dieses Gebiet sehr gut“, sagt die gebürtige Litauerin. Zuerst habe sie vor allem Kunden beraten, die zum Beispiel aus Russland, Bulgarien oder Rumänien kommen und Urlaub in der Heimat machen wollten. „Heute kommen auch viele deutsche Kunden,“ sagt Buchholz.
„Etwas Glück gehört auch immer mit dazu“, ist Unternehmerin Anne Higgen überzeugt. Sie hat direkt nach dem Studium die Oldenburger Firma Thales-Instruments gegründet und entwickelt innovative Messsysteme für die Windenergiebranche. Aus einem Zwei-Mann-Betrieb habe sich bis heute eine GmbH mit 15 Mitarbeitern entwickelt. „Ich habe in dieser Zeit viel gelernt“, sagt Higgen. „Auch, dass es für eine Unternehmerin dazu gehört, auch mal Mitarbeiter zu entlassen.“
