• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Ratgeber Reise Tourismus in der Region

Den Älteren gehört die Zukunft

17.01.2013

Wilhelmshaven /Friesland Die Deutschen werden immer älter. Soweit nichts Neues. Damit wird künftig aber auch der Touristen-Typ, der seinen Urlaub an der Nordseeküste verbringen wird, ein anderer werden. Das Thema des Nordsee Tourismustags im Hotel Cloumbia war deshalb am Mittwoch „Demografischer Wandel im Tourismus“.

Ist die Rede von Touristen im Rentenalter, denke man häufig an eine Gruppe in beigen Mänteln gekleideter Männer und Frauen, die in Bussen anreisen und sich in den Hotels auf die Büfetts stürzen, bemühte Claudia Gilles gestern ein gängiges Klischee. Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Tourismusverbands war eine von vier Referenten, die bei der Fachtagung in Wilhelmshaven sprachen.

Dieses Bild entspreche aber nicht mehr den älteren Touristen der Zukunft, den Kindern der 1950er und 1960er Jahre. Die Menschen, die dann kommen, sind in ihrem Leben häufig viel herumgekommen, haben studiert und sind an viel mehr interessiert, als am Hotelbüfett. „Das Thema Gesundheitstourismus wird eine große Rolle spielen“, sagte Gilles.

In ihrem Vortrag ging es sowohl um Wertschöpfung, als auch um Wertschätzung. Die älteren Touristen müssten willkommen geheißen werden, ihnen müsse etwas geboten werden, betonte sie. Dasselbe gelte auch für die Angestellten im Tourismusbereich. Denn im gleichen Maße, in dem die Touristen älter werden, gehen auch viele ältere Mitarbeiter in den Ruhestand. Es müsse für qualifizierten Nachwuchs gesorgt werden.

„So lange es als normal gilt, dass in Küchen Kasernenton herrscht, müssen wir uns aber nicht wundern, wenn junge Leute dort nicht arbeiten wollen“, nannte Gilles ein Beispiel. Die Arbeitgeber müssten ihren jungen Angestellten Anreize bieten, sie vernünftig bezahlen, sie motivieren.

Werner Biehl, Vorsitzender der Deutsch-Finnischen gesellschaft Wilhelmshaven/Friesland, berichtete, was Deutschland in Bezug auf Fachkräftemangel von den Finnen lernen könnte. Dort gelte: Nur Bildung führt zum wirtschaftlichen Erfolg. Auf einen potenziellen Arbeitnehmer zu verzichten, könne man sich nicht leisten. „Bei uns gehen nur 25 Prozent der Schulabgänger eines Jahrganges überhaupt in die Ausbildung. Und um die kämpfen dann alle“, rechnete Biehl vor, wo das Problem in Deutschland liege.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in der hiesigen Region. Es müsste deswegen unter anderem die Ferienzeitregelung überarbeitet werden, sagte SPD-Landtagskandidat Olaf Lies (SPD). Die Vermieter müssten die Chance haben, ihre Zimmer so effektiv wie möglich zu nutzen. Die Ballung der Ferienzeiten der Bundesländer bereite Schwierigkeiten. Auch das Thema Fernverkehr-Anbindung der Bahn kam zur Sprache. Gerade ältere Touristen reisen gerne mit der Bahn. Wenn sie auf dem Weg an die Küste zigmal umsteigen müssen, werden sie sich das zweimal überlegen. Ab dem Jahr 2014 werden Fördergelder für die Tourismuswirtschaft gekürzt. Man müsse deswegen über eine Bündelung der Politikfelder nachdenken, die das Feld Tourismus berühren, regte Frieslands Landrat Sven Ambrosy an.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.