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NWZonline.de Ratgeber Reise Tourismus in der Region

Droht das Aus für öffentliche Toiletten?

18.07.2013

Wilhelmshaven Schnitzeljagd am Südstrand: Winzige Schilder an Laternenpfeilern weisen den Weg über die Promenade. Aufschrift: „WC“ – darüber ist ein Rollstuhlsymbol zu sehen. Leicht zu finden ist die einzige behindertengerechte Toilette am Südstrand nicht. Sie steht auf dem Parkplatz hinter dem Hotel „Seenelke“, unweit vom Aquarium Wilhelmshaven. Von der Promenade aus ist sie nicht zu sehen.

30 Cent kostet die Nutzung der öffentlichen WCs, von denen es insgesamt drei im Bereich des Südstrands gibt. Eins befindet sich unterhalb der Treppe bei „Thales“, ein weiteres steht in der Nähe des Parkplatzes an der Auffahrt zur Kaiser-Wilhelm-Brücke.

Doch das soll sich Anfang 2014 ändern. Der Plan: Die WC-Container werden geschlossen. Gleichzeitig setzt die Stadtverwaltung darauf, dass Geschäfte und Restaurants in der Stadt ihre Toiletten für Nicht-Kunden öffnen. Darauf weist dann ein Schild in den teilnehmenden Betrieben hin. „Nette Toilette“ nennt sich das Konzept, das schon in einigen Kommunen praktiziert wird und in Wilhelmshaven immer wieder für Diskussionen gesorgt hat.

Bei den Hotels, Gaststätten und Museen am Südstrand stößt die „Nette Toilette“ nicht nur auf Gegenliebe. Schon jetzt nutzen viele Strandbesucher die Toiletten der ansässigen Betriebe. Viele sehen die Kommune in der Pflicht, ein modernes öffentliches WC an geeigneter Stelle vorzuhalten.

Und die vorhandenen Anlagen ließen schon lange zu wünschen übrig, seien oft defekt und zudem schlecht ausgeschildert, sagt Siegfried Beckers vom Hotel „Seerose“ und der „Bierakademie“. Seine Toilette sei auch nicht als öffentliches WC geeignet – allein schon aufgrund der Größe. „Das Konzept kann am Südstrand nicht funktionieren, zumal es hier Saisonbetrieb gibt“, ist er überzeugt.

Beckers hat Schilder im Lokal angebracht, die zu den öffentlichen Toiletten führen. Auf der Theke steht eine Dose, in die Nicht-Kunden, die das WC der „Bierakademie“ nutzen, 30 Cent werfen sollen. Viele machten von der Dose aber keinen Gebrauch. „Wir wollen das aber auch nicht kontrollieren und können es ja keinem verbieten, auf die Toilette zu gehen.“ Einladend solle es aber eben auch nicht sein.

Noch werden die öffentlichen Toiletten von der Werbefirma Ströer betrieben, die neben den WCs am Südstrand eine Anlage am Bontekai sowie am Rathausplatz, Grodendamm und an der Bahnhofstraße bereithält. Das Unternehmen besitzt die gesamten Werberechte im Stadtgebiet, musste aber bislang im Gegenzug für öffentliche WC’s sorgen. Dieser Punkt soll aus dem Vertrag genommen werden, erklärt Uwe Unruh vom städtischen Eigenbetrieb Grundstücke und Gebäudeservice Wilhelmshaven (GGS).

Das Konzept „Nette Toilette“ basiere aber auf Freiwilligkeit. Die Planungen und Gespräche mit möglichen Teilnehmern seien noch nicht abgeschlossen.

Offen ist auch, welche Gegenleistung die Betriebe von der Stadt Wilhelmshaven erwarten können. Einige Kommunen zahlen einen Zuschuss für die Reinigung, in anderen gibt es lediglich ein Werbekontingent: Die Betriebe werden in Broschüren und Flyern beworben.

Das Konzept hatte Michael Diers, Geschäftsführer der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit (WTF), bereits im GGS-Ausschuss vorgestellt. 18 Gastronomen in der Stadt seien angesprochen worden.

Sämtliche Betriebe kämen ohnehin nicht in Frage, weiß Unruh. Die Toiletten müssten entsprechende Größen haben und im Idealfall behindertengerecht sein. Die Öffnungszeiten spielten zudem eine Rolle.

Robert Jacobs, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Wilhelmshaven, hält das Konzept „Nette Toilette“ für realisierbar: „Es gibt sicherlich keinen Gastronomen, der jemanden wegschickt, weil er lediglich die Toilette benutzen möchte“, sagt er. Es müsse aber überschaubar bleiben.

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