Oldenburg/Delmenhorst - Im Januar haben Jessica Lange und ihre Bekannten Christian und Kathrin Wüstner ihren Urlaub in einem Oldenburger Reisebüro gebucht. Damals, acht Monate vor Beginn der Reise, schienen alle Bedingungen vollauf geklärt. Im August soll es nach Kreta gehen. Ein Apartment haben sie auf der griechischen Insel gebucht, eine Woche, ohne Verpflegung. Mehr als 2000 Euro bezahlen die Delmenhorster für die Reise.
Doch vor einer Woche bekam Jessica Lange, 31 Jahre, eine Mail von ihrem Reisebüro weitergeleitet. Darin stand, dass sich die Bedingungen der Reise verändert hätten. Das Apartment sei leider nur noch knapp 40 und nicht mehr 45 Quadratmeter groß, der Fußweg vom Apartment zum Strand messe nicht mehr 250, sondern 600 Meter, und einen Meerblick biete das Zimmer auch nicht. Aufgrund der Änderungen schlägt Reiseveranstalter Tui vor, den Preis um 27 Euro zu mindern. „Das ist nicht akzeptabel, wir möchten eine größere Entschädigung haben“, regt sich Lange auf.
Christel Lohrey arbeitet bei der Oldenburger Verbraucherzentrale. „So etwas kommt auch bei uns nicht oft vor“, erklärt sie. „Denn der Strand ist ja nicht in einem halben Jahr 300 Meter weiter weg als vorher.“ Die Reisenden sollten schriftlich erklären, dass sie nicht den vollen Betrag zahlen wollen und notfalls klagen.
Das Reisebüro kümmere sich nicht, so Lange. Es habe die Mail von Tui nur weitergeleitet. Das Angebot, die Reise kostenlos abzusagen, komme für sie nicht in Frage. „Die Januar-Preise sind nicht mehr zu bekommen“, klagt Lange. Alles sei teurer. Die Urlauber finden den Veranstalter teilnahmslos. „Das Verhalten ist unmöglich.“
Allerdings: Die Reise soll auf alle Fälle stattfinden, haben die Freunde entschieden. Zu welchen Bedingungen, das wird nun geklärt. Denn eine Lösung haben Veranstalter, Lange und das Reisebüro noch nicht gefunden. Jetzt wird über die Summe gesprochen.
Das Reisebüro möchte eine gütliche Lösung finden. Eine Mitarbeiterin erklärte, dass der Veranstalter Tui die Verantwortung habe. Trotzdem wolle das Center in Oldenburg sich um die Angelegenheit kümmern.
Tui wollte sich bis zum Redaktionsschluss nicht zu dem Streitfall äußern.
