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NWZonline.de Ratgeber Reise Tourismus in der Region

Untergang der ,Nordsee-Welten‘

04.01.2012

WILHELMSHAVEN Die Erwartungen mit 100 000 Besuchern jährlich waren zu hoch, die Realität hat die maritime Erlebniswelt „Nordsee-Welten“ am Bontekai längst eingeholt, der Geschäftsbetrieb wird abgewickelt. Das hat der Insolvenzverwalter Dr. Alexander Naraschewski auf Anfrage bestätigt.

Am 7. Juli 2011 war Insolvenz angemeldet worden. Einen neuen Betreiber im alten Gebäude fand der Insolvenzverwalter nicht. Jetzt wird der Geschäftsbetrieb mit ehemals 14 Angestellten abgewickelt. Aus der im Dezember verordneten Winterpause wird die Schließung.

„Hauptgrund für den Untergang ist ein fehlendes, tragfähiges Marketingkonzept“, so Naraschewski.

Suche nach Käufern

Die Verwertung der Ausstellungsgegenstände der virtuellen Unterwasserwelt (bis 2010 das „Oceanis“) soll zwei bis drei Monate dauern. Ein Insolvenzverwerter müsse dafür Käufer finden. Ein Teil des Erlöses bekomme die Sparkasse, die den Geschäftsbetrieb der „Nordsee-Welten GmbH“ abgesichert habe.

Investor war die „Pinkau Interactive Entertainment GmbH“, die es seit mehr als 20 Jahren in Rostock gibt. Sie betreibt im ehemaligen Kino in Warnemünde das bisher einzige Kino in Mecklenburg-Vorpommern, in dem drei­dimensionale Filme gezeigt werden – die „Ostsee-Welten“.

Die Firma „Pinkau“ hatte als Pendant in Wilhelmshaven die „Nordsee-Welten GmbH“ gegründet und nach eigenen Angaben seit dem 1. Mai 2010 200 000 Euro verbaut. Der Mietvertrag lief eigentlich über acht Jahre. „Europas größter 5D-Erlebnis-Simulator“, so die ehrgeizige Ankündigung die Betreiber, sollte wie ein Magnet die Menschen aus nah und fern zum Bontekai ­locken.

Eigentümer des Gebäudes am Bontekai ist die städtische Beteiligung WTF-Stadtwerke GmbH. Die WTF-Stadtwerke vermietet auch die Räume im ersten Obergeschoss (ehemals „Nautilus“). Dieser Bereich gehört nicht zu den „Nordsee-Welten“.

Geschäftsführer der WTF-Stadtwerke ist seit Sonntag Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner. Mitte Januar wird es ein Gespräch aller Beteiligten – Insolvenzverwalter, Eigentümer WTF-Stadtwerke GmbH und Sparkasse – geben, um eine Bestandsaufnahme zu machen, wie der neue Geschäftsführer der WTF-Stadtwerke GmbH, Oberbürgermeister Andreas Wagner (CDU), sagte.

Das 5D-Kino, das sich vom übrigen Gebäude abtrennen ließe, könnte in ein Zukunftskonzept für den gesamten Bontekai miteinfließen, sagt Naraschewski. Noch vor zwei Jahren, kurz vor der Schließung der virtuellen Unterwasserstation „Oceanis“, wollte die Stadt 5,7 Millionen Euro in die Hand nehmen, um Wilhelmshavens maritime Meile zum kleinen Bruder von Hamburgs Landungsbrücken zu machen.

Pläne auf Eis gelegt

Das vom Tourismus- und Freizeitinstitut „Inspektour“ vorgelegte Papier sah für das Gelände zwischen Küsten­museum und damaligem „Oceanis“ eine Ausstellung zur Stadtgeschichte ebenso vor wie eine Gastronomie mit Hafenblick und eine Landungsbrücke für Museumsschiffe. Das scheiterte am Einspruch der Bundeswehr. Die sah den Rangierraum der Schiffe beim Entmagnetisieren in Gefahr.

Alle Überlegungen wurden auf Eis gelegt, um die Entwicklung der „Nordsee-Welten“ abzuwarten. Die steht nun fest.

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