WILHELMSHAVEN - Als „unbegreiflich“ hat der Wilhelmshavener Professor Dr. Hartmut Luft die Demonstration am Pfingstmontag von rund 200 Menschen in Hooksiel für freien Strandzugang und gegen Zäune auf den Deichen kritisiert.

„Alle Befragungen in deutschen Seebädern geben keinen Hinweis, dass die Gäste die Strandbenutzungsgebühr als unvertretbar ansehen“, sagte Luft am Dienstag.

Luft lehrt seit Jahren im Studiengang Tourismus an der Jade-Hochschule Wilhelmshaven. Er gilt aus ausgewiesener Kenner der Urlaubsziele an Nord- und Ostsee. Insbesondere mit der Gemeinde Wangerland hat sich Luft mehrfach gutachterlich befasst.

Für einen Normalurlauber bedeute der Urlaub einen Ausgleich zum Alltag, so Luft. Er wünsche sich für seine Erholung einen gepflegten und geordneten Strandbereich. Dafür sei er auch bereit, ein angemessenes Entgelt zu zahlen.

Die Pflege und Instandhaltung der Strände müsse mit den Verhältnissen in Schwimmbädern gleichgesetzt werden, für die Eintrittsgelder als Selbstverständlichkeit angesehen würden. Kurbeitrag und Strandgebühren haben nach Ansicht von Luft zudem die Funktion, „ungewollten Massentourismus von den Küstenabschnitten der Seebäder fern zu halten“.

Nicht nachvollziehbar sei für ihn, dass in Janto Just ausgerechnet ein friesländischer Kreistagsabgeordneter die Demonstration organisiert habe. Just, Mitglied der Piratenpartei, müsse doch um die hohe wirtschaftliche und soziale Bedeutung des Tourismus’ an der Küste, vor allem auch im Wangerland, wissen.

Durch Kurbeitrag und Fremdenverkehrsabgaben würden lediglich 72,2 Prozent der Kosten für Tourismuseinrichtungen und Werbung gedeckt. Die Demonstration vor den Augen der Urlauber habe dem Wangerland geschadet.