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NWZonline.de Sport Weitere Sportmix Turnsport

Akrobaten lassen ihre Körper sprechen

30.12.2013

Oldenburg Vielleicht ist es arrogant zu behaupten: Esperanto ist ein ganz anderer Schnack als jenes Englisch, das Chinesen, Guatemalteken oder Russen meinen als Zweitsprache zu sprechen. Wenn der Niedersächsische Turner-Bund (NTB) sein 27. Feuerwerk der Turnkunst mit dem Titel „Esperanto“ schmückt, dann ist die Botschaft offenkundig: Wir vereinen die Welt mit einer allumfassenden Sprachkunst, speziell der Kunst der Körpersprache.

Zur Premiere von Europas erfolgreichster Turnshow in der ausverkauften großen EWE-Arena in Oldenburg singt Olivia Irmengard Grassner: „Komprenante unu la alian, la popoloj faros en konsento unu grandan rondon familian.“ Das ist Esperanto und heißt: „Eines das andere verstehend, werden Völker einvernehmlich eine große Familienrunde bilden.“

Das klingt schauerlich umständlich, beschreibt aber treffend den Geist des Spitzensport-Spektakels. Indische Virtuosen der Körperverbiegung faszinieren ebenso wie die herumschwirrenden Energiebündel von Circolombia aus Cali in Kolumbien. Jeweils 6000 Besucher in zwei Auftritten am Wochenende sind restlos begeistert. Ebenso viele könnten es zum Abschluss noch einmal an diesem Montag um 19 Uhr sein.

Esperanto stammt aus einer Zeit, in der man alles noch analog machen musste. Analog zu turnen, ist harte Arbeit. Aber beim „Feuerwerk“ wirkt sie leicht wie in virtuellen Welten zu Hause. Fordert die wirbelnde Eleganz der Japaner der Aomori University nicht spontan zum Nachmachen auf? Die Tokioter sähen die Rhythmische Sportgymnastik für Männer gern als neue Olympische Disziplin. Doch daraus wird wohl nichts – wegen Chancenlosigkeit der Gegner.

Sollte man nicht gleich morgen in die Halle gehen und Barren und Trampolin miteinander kombinieren? „Artem, Thomas, Martin & Daniel“ definieren Barrenturnen an vier Holmen mitreißend neu. Wenn Viktoria Gnatiuk sich mit robuster Kraft in den Armen auf einen Block aus Bauklötzen windet, schrillen eher Alarmglocken. Sollte der Nachwuchs das im Kinderzimmer probieren, unbedingt dicke Kissen unterlegen!

Nachahm-Effekte sind gewünscht. „Anfangs sollte das Feuerwerk vorrangig Anregungen für Übungsleiter geben“, erinnert die immer noch vor Ideen sprudelnde Regisseurin Heidi Aguilar an die Ursprünge. Inmitten hoch fliegender Artistik lässt sich immer wieder Bodenständiges orten.

Die nachgerade schon berühmte Oldenburger „New Power Generation“ hat das mit ihrer Gruppenakrobatik in Zebrakostümen auf die Spitze getrieben. Und der Ideenreichtum der lokalen Gruppen „Green Spirits“ der TSG Hatten-Sandkrug und „Lovely Fairies“ vom TSV Großenkneten zeigt den staunenswerten Stand einer langen Entwicklung. Es scheint nur eine Frage der Zeit, dass sich neue Bereiche erschließen. Chris im Rollstuhl und Partnerin Michi geben da Fingerzeige (siehe unten stehender Bericht). Könnte die Fantasie nicht auch den Rollator als Turngerät erfassen?

Die Kunst der zwanglosen Übergänge hat die Regie perfektioniert. Die NTB-Showgruppe umkreist die Weltklasse-Auftritte oder betrachtet sie. Und dann setzt der Schweizer Komiker Claude Criplez den Kontrapunkt. Mit Bierruhe dirigiert dieser moderne Daniel Düsentrieb mit dem Motto „Dem Inschinör ist nichts zu schwör“ seinen fliegenden Fisch und die Katze durch die Luft. Die Zeit, die eben noch wegzurasen schien, steht still.

Ja genau, sagen wir es noch mal knackig auf Esperanto: nekredebla – unglaublich! Diese analoge Show kann man nicht löschen. Die behält man lange im Kopf.

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