DELMENHORST - Gesangstag, Gymnastik, Gedächtnistraining, Hundebesuch – das Rote-Kreuz-Stift, also das Alten- und Pflegestift des Deutschen Roten Kreuzes, bietet seinen älteren Bewohnern viel Abwechselung. Für 83 Bewohner aller Pflegestufen ist hier Platz, alle sollen sich in den insgesamt fünf Wohnbereichen wohlfühlen, so Heimleiter Michael Pleus.

Der jugendpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Florian Bernschneider, besuchte am Donnerstag das Rote-Kreuz-Stift. Der junge Bundestagsabgeordnete wollte bei dem Ortstermin herausfinden, wie die Erfahrungen mit dem Freiwilligendienst im Sozialbereich sind. Der Vorstand der Jungen Liberalen Delmenhorst begleitete ihn.

Schnell zeigte sich, welcher Spagat zwischen Bürokratie und angenehmer Häuslichkeit von den Mitarbeitern zu bewältigen ist. Heimleiter Pleus erklärte: „Wir möchten natürlich beste Transparenz gewährleisten, aber wir möchten, dass der Pflegealltag entbürokratisiert wird.“ Er stellte dar, dass es bei verschiedenen Prüfinstanzen Schnittmengen gebe – und der dafür entstandene Aufwand praktisch doppelt sei. Auf Bernschneiders Frage nach dem Nachwuchs ging Pleus umfassend auf die schwierige Situation der Auszubildenden ein, im dritten Jahr müssten Schulgelder beim Land beantragt werden. Pflegedienstleiterin Heide Mohmeyer schilderte dem Abgeordneten auch, wie schwierig es sei, Ärzte für Hausbesuche zu gewinnen.

Florian Bernschneider ist 2009 als jüngster Abgeordneter für die FDP in den Bundestag eingezogen.