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TURNSHOW: Wieder mehr Turnkunst als Zirkusschau

03.01.2009

OLDENBURG Irgendwann schleicht sich diese Vermutung heran, dass das nicht unentwegt so weiter gehen kann. Irgendwann muss dieses Schiff namens „Feuerwerk der Turnkunst“, das vor 22 Jahren als Äppelkahn in See gestochen ist und mittlerweile als dicker Dampfer durch die Wellen pflügt, in gefährliche Gewässer abdriften. Tut es aber nicht. Unbeirrt hält es Kurs, und an Deck amüsiert sich seine Kreuzfahrtgesellschaft prächtig.

4700 Oldenburger und Nachbarn feierten die tollkühnen Männer und Frauen am Freitagabend in der Weser-Ems-Halle. Zusammen gut 14 000 werden nach zwei weiteren Vorstellungen an diesem Sonnabend (14 und 19 Uhr) das Programm „Einzig – nicht – artig“ des Niedersächsischen Turner-Bundes (NTB) erlebt haben. Ihnen wird wieder ein bisschen vom Erfolgsrezept von Europas größter Turnschau offenkundig, ohne dass jemand es kopieren könnte: Der Besucher fühlt sich in einem vertrauten Rahmen wohl, aber innerhalb dieses Gerüstes wird er immer wieder durch Überraschungen elektrisiert.

Der Geniestreich von Regisseurin Heidi Aguilar besteht diesmal darin, sich trotz der Ankündigung von Unartigkeiten verstärkt zu faszinierender Turnkunst zu bekennen, statt die Ideen- und Leistungsschau mit noch mehr spektakulären Zirkus-Elementen anzureichern. Was das Publikum diesmal so bezaubert, fasst Produktionsleiter Wolfram Wehr-Reinhold in den Satz: „Das Turnen ist nun mal unsere Grundlage, dem sind wir verpflichtet.“

Henrik Stehlik etwa steht mit seiner Trampolin-Nummer für diese Linie. In früheren Turnshows gab es auf dem Sprunggerät Innovationen, bei denen den Zuschauern die Spucke wegblieb. Aber für die artistisch ausgefeilte Demonstration des Weltmeisters von 2003 und olympischen Bronze-Gewinners schlägt bei allen das Herz mit. Die ruhig schreitende Musik auf der Grundlage von Bachs „Air“ verstärkt das.

Der Puls der ganzen Mannschaft aus Turnern, Akrobaten, Tänzern, Künstlern, Artisten, Kraftsportlern und Entertainern scheint im gleichen Takt zu schlagen. Wer sich bei ihnen umhört, findet heraus: Die Trampolin-Darbietung steht bei den meisten ganz hoch im Kurs, dazu die Antischwerkraft-Kampagne der Russen und Franzosen auf der Tumblingbahn, der elegante Hand-in-Hand-Kraftakt von Oleksandr und Vyachelav Iroshnikov aus Kiew und der erotisch umhauchte Körper-Turmbau des Trios Bingo.

„Zumindest bei den Männern kommen diese drei Frauen besonders an“, werfen die vier männlichen Akrobatik-Gegenstücke von „Atlantis“ mit einem Grinsen ein. Es könnte also gut sein, dass das Trio Bingo im Gegenzug besonders von dieser Mischung aus konzentrierter Kraft und fließend eleganten Bewegungen des Atlantis-Quartetts schwärmt. Doch eins ist sicher: Persönliche Favoriten zu nennen, bleibt bei diesem einzigartigen Angebot eine subjektive Angelegenheit.

Sind da nicht auch die „Bikers“, denen wahrscheinlich auf der Tournee nur die Max-Schmeling-Halle in Berlin, die Stadthalle in Bremen und die Westfalenhalle in Dortmund hoch genug für ihre Flüge ist? Oder möchte man bei Viacheslav Pereviazko nicht nachforschen, ob es im Boden Löcher gibt, in denen seine Leiter so einfach stehen bleibt? Nicht zu vergessen Peter Aberg und Sergi Parès, die das Kinderspiel „Wer daneben tritt, hat verloren“ originell interpretieren. Und wen faszinieren nicht Inna Leonova mit dem Vertikaltuch, die Wheel Motions mit den Rhönrädern, Sergej Mazurin mit dem Absturz von der Eisenkette, Sebastian Deeg, der wie ein Derwisch mit dem Springseil zaubert, die Kanakovs am russischen Barren, die vielseitigen Bundesliga-Turner Artem Ghazaryan und Thomas Greifenstein?

Der Ablauf ist ebenso gewitzt wie romantisch miteinander verbunden. Evanita präsentiert den Titelsong „Wir sind einzigartig, unerreicht – ein bisschen durchgeknallt vielleicht“, und die NTB-Showgruppe webt darum herum perfekte Auftritte. Und weil die Musik von Rammstein bis Verdi manchmal heftiger dreinschlägt als gewohnt, beschreitet der Pantomime Elan aus Kanada betont Ruheinseln.

Für die Börse gibt es selbst in diesen Zeiten einen sicheren Anlagetipp: Schiffsbeteiligung! Der Pott heißt ja „Feuerwerk“, nicht „Titanic“.

Bilder: www.NWZonline.de/

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