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NWZonline.de Tussiblog

Mann oder Frau: Wer soll denn nun den Antrag machen?

10.05.2019

Oldenburg „Ich stelle mir das schon so vor wie im Film!“, verkündete meine Freundin Lisa, als sie über ihre Traumhochzeit sprach, genauer: über ihren Heiratsantrag. Ihr Zukünftiger sollte vor ihr niederknien, an einem für sie beide besonderen Ort, und ihr den eigens ausgesuchten, einfach perfekt zu ihr passenden Verlobungsring an den Finger stecken.

Als Lisa uns diesen Tagtraum mitteilte, war sie 23 Jahre alt, Single und hatte ihren Kalle noch gar nicht kennengelernt.

Bild: imago

Sieben Jahre später hatte sich das Blatt gewendet. Lisa liebte ihren Kalle über alles, und er sie auch. Wie er sie immer anhimmelte! Aber Kalle bekam es einfach nicht auf die Kette, was verwunderlich war. Schließlich sagte Lisa immer genau, was sie sich vorstellte, erwartete und von ganzem Herzen wünschte. Und so schwer konnte das doch eigentlich nicht sein!

Vielleicht traute Kalle sich nicht? Vielleicht hatte er Angst, dass er Lisas exakten Erwartungen nicht erfüllen könnte?

Mit Staunen und Stottern

Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hatte sie kein Bock auf die Zauderei. „Wenn er das nicht gebacken kriegt, erledige ich das eben“, verkündete sie. „Und wenn er ,nein’ sagt, war’s das halt zwischen uns.“ Gesagt, getan: Lisa machte Kalle einen Heiratsantrag, womit sie bei vielen ihrer Freundinnen verwirrte, mitleidige Blicke erntete. Bei Kalle erntete sie Staunen und Stottern: „...jetzt schon... zu früh... überrascht...“

Kalle war nicht vorbereitet. Er musste nachdenken. Zum Glück kam dann doch was Gutes dabei raus, denn die beiden sind schon mehrere Jahre glücklich verheiratet.

Bild: imago

Ich hatte großen Respekt vor Lisa. Sie wusste, was sie wollte. Und sie wollte auf gar keinen Fall hingehalten werden. Darum stellte sie die große Frage, die sie umtrieb, und überließ ihm die Entscheidung - mit allen Konsequenzen. Mutig!

Als Frau den Antrag machen - darf ich das? Viele, die ich kenne, würden diese Frage selbst nie über die Lippen bringen. Aus Stolz. Weil sie umworben werden wollen. Vielleicht auch aus Angst, dass sie einen Mann in die Enge drängen, der noch gar nicht bereit für solch eine Entscheidung ist.

Risiko: Er sagt „nein“

Ich würde mich das ebenfalls niemals trauen, aber finde es gut, wenn Frauen selbst die Initiative ergreifen. Anstatt sich in Geduld zu üben, setzen sie alles auf eine Karte. So niederschmetternd dann auch ein „nein“ wäre - zumindest wären sie dann nicht noch länger mit jemandem zusammen, der ihre Vorstellungen vom Glück vielleicht gar nicht teilt.

In allen Dingen wollen Frauen gleichberechtigt sein. Warum sollte es dann die Aufgabe des Mannes sein, in möglichst romantischer Atmosphäre die ganze Sache festzuzurren, ihr endlich einen offiziellen Anstrich zu geben?

Bild: imago

Also, Ladys, wenn ihr mich fragt, könnten wir die Angelegenheit auch einmal von einer pragmatischen Seite betrachten. Lisa erzählt immer gerne, wie sie „es“ gemacht hat. Auch, um die Lästermäuler etwas zu provozieren. „Dann habe ich mein allerschönstes Kleid angezogen und meinen besten Schmuck angelegt. Es war perfekt geplant, von vorne bis hinten! Dann habe ich Kalle überraschend am Freitagnachmittag von der Arbeit abgeholt. Es war ein wunderschöner Sommertag, keine einzige Regenwolke am Himmel. Ich bin dann mit ihm nach Hooksiel gefahren, den Picknickkorb im Wagen. Wir waren spazieren und haben dann herrlich am Strand gepicknickt. Ich hatte vorher wochenlang den Wetterbericht studiert, nicht zu kalt, nicht zu heiß, damit die Schminke nicht verläuft. Ich habe mich so gut gefühlt, so glücklich. Es gab Wein und Trauben und Käse und alles, was zu einem vorzüglichen Picknick gehört. Und ja, an diesem unglaublich traumhaften Sommerabend habe ich mir ein Herz gefasst und ihn gefragt, ob er mein Mann werden möchte.“

Lisa, die Perfektionistin

Okay, okay, dass die Antwort etwas auf sich warten ließ, kommt in Lisas Bericht nicht vor. Aber was sie uns sagen will: Alles war ansonsten so, wie sie es sich immer gewünscht hat. Weil sie das Zepter in der Hand hatte. Kalle hätte bestimmt etwas vergessen, womöglich den Wetterbericht nicht studiert oder den Picknickkorb nicht so perfekt gefüllt. Da wäre vielleicht was ganz Anderes, ganz Furchtbares bei rausgekommen.

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Bild: imago
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