HAMM - Hamm und Brettorf waren eine Klasse für sich. Ahlhorns Männern blieb schließlich der vierte Platz.
Von Fried-Michael Carl
HAMM - Finale bei Meisterschaften versprechen meist mehr, als sie letztlich halten. Was aber die Faustballer von Westfalia Hamm und TV Brettorf im letzten Spiel der deutschen Hallenmeisterschaft in Hamm boten, war zumindest über zwei Sätze Weltklasse. Spektakuläre Ballwechsel gab es serienweise, nervenstarke Schlagleute ließen es nicht zu, dass sich eine Mannschaft mit mehr als zwei Punkten absetzen konnte. Am Ende hatten die Gastgeber knapp mit 2:1-Sätzen (17:20, 25:24, 20:11) die Nase vorne, weil sie besser in den entscheidenden Satz starteten. Ihnen gelang damit die Titelverteidigung. Brettorf blieb wie 2005 „nur“ der zweite Platz, SpVgg Weil der Stadt wurde Dritter vor dem Ahlhorner SV.Wie im Vorjahr hatte es der TVB in der Hand, sich den Titel zu sichern. Damals vergab er drei Matchbälle. Gestern lag er in der nervenaufreibenden Endphase des zweiten Satzes sechsmal vorne und hätte sich mit dem nächsten Punkt den Titel sichern können. Zum einen ließ es Hamms Schlagmann Niels Pannewig nicht zu, der mit den Angaben nervenstark konterte. Zum anderen fehlten einmal nur wenige Zentimeter zwischen Aus und Sieg. So jubelte Hamm, während Brettorf trauerte.
Ahlhorn fehlte im Kampf um die Bronzemedaille gegen Weil der Stadt am Ende die Kraft, um aus der glücklichen Satzführung (22:20 nach 11:17) Nutzen zu ziehen. Schwächen im Zuspiel und in der Abwehrmitte verhinderten, dass der ASV dem Druck des Gegners aus Weil der Stadt Paroli bieten konnte: 15:20, 10:20. Platz vier bleibt ein schwacher Trost für das Team, das teilweise guten Sport bot, aber weit hinter den Finalisten blieb.
Beide Teams aus dem Oldenburger Land boten im Halbfinale das zweitbeste Spiel der Titelkämpfe, in das sie nervös starteten. Die Spannung auf dem Feld und unter den Zuschauern war in diesem Prestigeduell deutlich spürbar. Brettorf fand zuerst zum geordneten Spielaufbau und profitierte von variablen Angaben von Jens Kolb. Beim 14:10 war die Vorentscheidung in Abschnitt eins gefallen (20:16). Mitte des zweiten Satzes – Ahlhorn führte nach seiner stärksten Phase 12:4 und alles deutete auf einen dritten Satz hin – steigerte sich Brettorf, wurde sicherer und gewann die wichtigen Ballwechsel. Der ASV verwaltete die Führung, anstatt weiter Druck zu machen und konnte auch sechs Angabenfehler von Jens Kolb nicht für sich nutzen. Das wurde von den jetzt entfesselt aufspielenden Brettorfern konsequent bestraft. Sie profitierten auch davon, dass die Ahlhorner zu viele leichte Fehler produzierten (wiederum 20:16).
