• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de U96

Was geschah wirklich an Bord von U 96?

20.09.2019

Oldenburg Der „Alte“ aus Lothar-Günther Buchheims Roman „Das Boot“ ist eine Legende, Jürgen Prochnow machte die Figur im gleichnamigen Film zur deutschen Kino-Ikone.

Im wahren Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs hieß der „Alte“ Heinrich Lehmann-Willenbrock (1911 - 1986) und war Kommandant von U 96, dessen siebte Feindfahrt im Spätherbst 1941 als Grundlage für den Roman diente. Autor Buchheim (1918 - 2007) war als Kriegsberichter mit an Bord. Er schrieb mit dem 1973 erschienenen Bestseller U-Boot-Geschichte.

U-Boot-Krieg

Doch was ist an dieser Geschichte wahr und was erfunden? Dieser Frage geht der Journalist und NWZ-Autor Gerrit Reichert in seinem jetzt erschienen Buch „U 96 – Realität und Mythos“ akribisch auf den Grund. Im Mittelpunkt stehen der wortkarge Seemann und Soldat Lehmann-Willenbrock aus Bremen und der Propaganda-Experte Buchheim, der sich selbst zum einzig wahren Kenner des U-Boot-Krieges stilisierte und dem es dabei gelang, seine Wahrheit zur allgemein gültigen Wahrheit zu machen.

Straße von Gibraltar

„Über die Frage, was wirklich an Bord geschah, zerbrach die Freundschaft der beiden Männer“, berichtet Autor Reichert. Eine Schlüsselszene ist der Versuch von „U 96“, die Straße von Gibraltar zu durchbrechen. Das Boot wird beschossen und sinkt schwer beschädigt auf Grund. In Buch und Film ist das der dramatische Höhepunkt mit Panik, Todesangst und heldenhafter Rettung aus hoffnungsloser Lage. Original-Fotos von Bord des U-Boots sprechen eine andere Sprache: Männer, die konzentriert Baupläne studieren, Schäden reparieren und das Boot wieder klar zum Auftauchen machen.

103-jähriger Zeitzeuge Friedrich Grade

Vier Jahre recherchierte Reichert. Neben Archiven und Nachlässen waren zwei seiner wichtigsten Informationsquellen der ältere Sohn des U-Boot-Kommandanten, Dr. Enrique Lehmann-Willenbrock (66) aus Aurich, sowie der inzwischen 103 Jahre alte Friedrich Grade, der als Leitender Ingenieur an Bord von „U 96“ war und damals heimlich Tagebuch geführt hat. Die Nordwest-Zeitung hatte diese Aufzeichnungen genau 75 Jahre nach der siebten Feindfahrt exklusiv veröffentlicht. Nun bilden sie einen wichtigen Grundstock für das faktenreiche und gleichzeitig spannend geschriebene Buch.

Auf 232 Seiten und illus­triert mit zahlreichen historischen Aufnahmen, entlarvt Reichert den begnadeten Autor und Maler Buchheim als Meister der Propaganda – sowohl im Krieg für die Nazis als auch danach in eigener Sache.

Zudem porträtiert er den „Alten“, der – anders als in Buchheims Darstellung – die siebte Feindfahrt auf „U 96“ überlebt, sich nach dem Krieg vom Militär abwendet, Karriere in der Handelsschifffahrt macht und schließlich Kapitän des atomgetriebenen Forschungsschiffs „Otto Hahn“ wird.

Die ganze NWZ-Serie zu U96 und den Tagebuchaufzeichnungen Grades im NWZ-Spezial

Das Buch „U 96 – Realität und Mythos“ von Gerrit Reichert (232 Seiten) ist bei Mittler im Maximilian Verlag Hamburg erschienen und kostet 29,95 Euro (ISBN 978-3-8132-0990-7).

Ab Mittwoch, 25. September, ist das U 96-Buch auch in den NWZ-Geschäftsstellen Oldenburg, Westerstede, Nordenham und Wildeshausen sowie telefonisch unter 0441/9988 3333 und im NWZ-Shop unter www.nwzshop.de erhältlich.

Ulrich Schönborn Chefredakteur (komm./ViSdP) / Chefredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2004
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.