DELMENHORST - Der 32-jährige Axel Konrad, derzeit noch parteilos, ist neuer Landtagskandidat der Delmenhorster FDP. Konrad, bis vor kurzem CDU-Ratsherr, wurde am Mittwochabend im Lokal „Riva“ von den anwesenden 14 stimmberechtigten Parteimitgliedern einstimmig gewählt. Konrads Karriere bei der FDP begann vor kurzem im Rat. Dort hat er sich der zweiköpfigen FDP-Fraktion angeschlossen, die damit personell um 50 Prozent gewachsen ist und so an Einfluss gewonnen hat.
Mit der Wahl des im September 2011 für die CDU in den Rat gewählten Polizeibeamten Axel Konrad ziehen die Liberalen auch einen Schlussstrich unter die Iranreise-Affäre des von seiner Kandidatur zurückgetretenen Claus Hübscher. Zugleich könnten sie von der hohen Popularität, die Ex-CDU-Mann Konrad im Stadtosten genießt, profitieren.
Der „Neue“, bei der CDU stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Chef des Stadtbezirksverbandes Ost, war bei der Kommunalwahl 2011 mit 544 Stimmen direkt in den Rat gewählt worden. Auch für die CDU wollte Konrad in den Landtag. Bei der Urwahl im Frühjahr unterlag er jedoch der amtierenden Landtagsabgeordneten Annette Schwarz. Mit seinem Parteiaustritt habe diese Niederlage allerdings nichts zu tun, betont der 32-Jährige.
„Ich war 16 Jahre CDU-Mitglied. Die CDU ist eine Partei mit Standpunkten, mit denen ich nicht leben kann. Ich habe mich auch verändert“, sagte Konrad am Mittwoch unter anderem in Bezug auf die Debatte um das Betreuungsgeld, das er rundum ablehnt. Als denkbare Schwerpunkte seiner politischen Arbeit nannte er den Kita-Ausbau und die innere Sicherheit.
Mit Generalsekretär Dr. Gero Hocker und Dr. Stefan Birkner, FDP-Landesvorsitzender und Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, hatte der verhältnismäßig kleine Liberalen-Kreisverband am Mittwoch prominenten Besuch im Doppelpack zu Gast. Birkner stimmte die Delmenhorster Parteifreunde auf den Wahlkampf ein.
Die CDU/FDP-Landesregierung habe in Bezug auf Arbeit, Bildung und Schuldenabbau viel erreicht in den vergangenen Jahren, unterstrich er. Als Wahlkampfthemen nannte der Landespolitiker die Bildungspolitik als zentrales Feld, die Durchsetzung der Schuldenbremse und die Energiewende.
