DELMENHORST - Sie ist auf den ersten Blick so unscheinbar, doch vor allem ist sie eines: giftig. Gemeint ist eine heimische Pflanze, das Jakobskreuzkraut, die sich seit einigen Jahren im gesamten Bundesgebiet ausbreitet – so auch in Delmenhorst. Im Stadtsüden verbreitet sich die Pflanze immer mehr, ein großes Vorkommen gibt es zum Beispiel am Albertusweg. Der Nabu Delmenhorst hat sich daher an die Verwaltung gewandt und auf die Bedenklichkeit des Krauts hingewiesen. „Wenn sie sich ausbreitet, besteht die Gefahr, dass sie ins Heu kommt“, so Hans Dieter Hohmeister, stellvertretender Vorsitzender des Nabu in Delmenhorst. Wird dies dann an Kühe und Pferde verfüttert, fressen die die giftigen Stoffe mit. Denn die bleiben auch nach der Trocknung enthalten.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum der Nabu sich über die Ausbreitung am Stadtrand ärgert: „In einer Sendung des NDR vom 10. April hat ein Arzt die Vermutung aufgestellt, dass das Jakobskreuzkraut für den Menschen giftig ist, wenn es in die Nahrungskette kommt“, so Hohmeister. Deswegen sei die Eindämmung wichtig. Dazu gehört, dass sie vor der Blüte abgemäht und beseitigt werden muss, damit sie sich nicht weiter verbreiten kann. Bisher sei immer nur während der Blüte auf den stadteigenen Grundstücken gemäht worden.

Im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Gewässerschutz wurde am Dienstagabend darüber diskutiert, ob auf stadteigenen Flächen vor der Aussamung gemäht werden kann. Zuständig dafür ist der Fachdienst Stadtgrün und Naturschutz. Auf privaten Grundstücken sind jedoch die Besitzer selbst für die Beseitigung der Pflanze verantwortlich.