DELMENHORST - Nichts Geringeres als eine Reform in der Stadtverwaltung fordert der Naturschutzbund (Nabu) Delmenhorst gemeinsam mit der hiesigen Jägerschaft und dem Delmenhorster Fischerei- und Tierschutzverein sowie dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).
Künftig soll ein eigenständiger Fachbereich für „Umwelt- und Naturschutz“ mit einem erfahrenen Fachbereichsleiter eingerichtet werden, so Margitta Spiecker, Referentin für nachhaltige Siedlungsentwicklung vom Nabu. Momentan sei der Fachbereich 5, der die Bereiche Planen, Bauen, Umweltschutz, Landwirtschaft und Verkehr umfasst, inhaltlich überfrachtet.
Der eigene Fachbereich für Umwelt würde für mehr Autorität sorgen. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass die Themen Natur- und Umweltschutz vernachlässigt werden, so Spiecker. Der Fachbereich sollte dem Oberbürgermeister direkt unterstellt sein. Henning Suhrkamp vom Tierschutzverein Delmenhorst stellte klar: „Natürlich ist es bei einigen Angelegenheiten sinnvoll, gemeinsame Sondersitzungen abzuhalten.“ Dennoch sei es wichtig, den Natur- und Umweltschutz zu entkoppeln, damit „grüne“ Themen sorgfältiger abgearbeitet werden können.
Die geforderte Verwaltungsreform ist noch nicht alles: Künftig soll ein Beirat zur Erhaltung und Entwicklung des „öffentlichen Grüns“ entstehen, fordern die Vereine. Der Beirat soll sich aus jeweils einem Vertreter der folgenden Vereine zusammensetzen: Nabu, BUND, Fischereiverein, Jägerschaft, und Tierschutzverein. Zudem, so die erste Vorsitzende des Nabu, Bettina Janßen, soll jeweils ein Vertreter der betroffenen Anwohnerschaft dabei sein.
Referentin Margitta Spiecker führte weiter aus: „Ziel ist es, das öffentliche Grün zu erhalten und möglichst schonend zu pflegen.“ Durch frühzeitige Pflegemaßnahmen soll verhindert werden, dass Baumbestände dann zu spät aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht abgeholzt werden. Die Vereine werden dem künftigen Stadtrat den Vorschlag nach der Kommunalwahl unterbreiten.
