• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Ratgeber Wissenschaft Umwelt

Plastikmüll in der Nordsee im Fokus

06.07.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-07-06T09:21:48Z 280 158

Umweltschutz:
Plastikmüll in der Nordsee im Fokus

Oldenburg Die Quellen von Plastikmüll in der Nordsee, die Wege, auf denen der Müll ins Meer gelangt, und Vermeidungsstrategien sind die zentralen Punkte des neuen Forschungsverbundes „Verschmutzung mit Makroplastik in der südlichen Nordsee“, den Prof. Dr. Jörg-Olaf Wolff von der Universität Oldenburg koordiniert. Per Definition gehören alle Plastikteile, die größer als fünf Millimeter sind, zum Makroplastik. „Grob gesagt, alles was ich mit bloßem Auge leicht erkennen kann“, führt Wolff aus.

Dieses Kriterium ist nicht unerheblich, da die Wissenschaftler auf die Mithilfe der Bevölkerung setzen. Die beteiligten physikalischen Ozeanographen, Geoökologen und Umweltplaner wollen Modelle entwickeln, mit denen sich berechnen lässt, wohin Müll in der südlichen Nordsee treibt und wo er wahrscheinlich angeschwemmt wird. Je mehr Daten über Strömungen, Windgeschwindigkeiten und natürlich Müllfunde in das Modell eingespeist werden, desto genauer wird die Prognose.

Um bei den Müllfunden ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, arbeiten die Wissenschaftler mit Behörden und Nichtregierungsorganisationen, wie dem Mellumrat, dem Verein Jordsand und der Schutzstation Wattenmeer, zusammen. Diese führen immer wieder Müllsammelaktionen durch und dokumentieren die Funde.

Müllfunde von Strandspaziergängern und Touristen sollen das Zahlenmaterial ergänzen. Meldungen sind über die Projekt-Homepage oder über die BeachExplorer-App möglich. „Die App bietet außerdem die Möglichkeit, Tiere und Pflanzen zu bestimmen sowie deren Fundorte weiterzugeben“, sagt der Geoökologe PD Dr. Holger Freund von der Uni Oldenburg . „Momentan muss man sich dazu registrieren. Wir arbeiten aber daran, dass Müllfunde auch ohne Registrierung gemeldet werden können.“ Weiße Flecken auf der Plastikmüll-Landkarte werden die Forscher mit eigenen Sammelaktionen füllen.

Zudem ist geplant, Holzdrifter an verschiedenen Küstenorten, an Flüssen und auf See auszubringen. Bei diesen Driftern handelt es sich um kleine Holzklötze, auf denen Informationen zum Projekt und eine Nummer eingeprägt sind. „Auch dabei sind wir auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen“, so Wolff. „Findet jemand einen Drifter, bitten wir darum, dass derjenige den Fundort und die Nummer über die Homepage oder App an uns weiterleitet.“ Die ersten Drifter werden voraussichtlich im Herbst zu Wasser gelassen.

„Mit dem Modell zur Verteilung von Plastikmüll in der Nordsee soll es auch möglich sein, zu berechnen, wo Müll herkommt, der irgendwo angespült wird. So sollen Verursacher ermittelt werden können. Bestenfalls werden mit ihnen zusammen Vermeidungsstrategien entwickelt“, erläutert Freund. „Vertreter des Mellumrates haben uns zum Beispiel berichtet, dass regelmäßig Plastikgeschirr auf Mellum angespült wird, wenn ein Hafenfest gefeiert worden ist. Zu unserem Projekt gehört auch, etwa die Tourismusbehörden darauf anzusprechen und mit ihnen nach Alternativen zu suchen.“

Hafenfeste sind aber wohl kaum die Hauptquellen des Plastikmülls in der Nordsee. Dazu zählen unter anderem Campingplätze, die Schifffahrt, der aus dem Auto geworfene Coffee-to-go-Becher, die Fischerei oder offene Deponien, von denen Müllteile vom Wind verweht werden. All diese und weitere Verursacher möchten die Wissenschaftler mit ihrem Modell aufspüren und Vermeidungsstrategien entwickeln. „Das reicht vom direkten Kontakt mit den Verantwortlichen bis zu Empfehlungen an die Politik“, sagt Freund.


App herunterladen unter   www.beachexplorer.de 
     www.macroplastics.de