Astederfeld - Die Frage muss erlaubt sein: Wer sitzt gern mitten im Müll am Ufer eines Sees, um einen schönen Sommertag zu genießen? Niemand, würde man vielleicht meinen. Ingo Frerichs, der Vorsitzende des Sportfischervereins Friesische Wehde, hat da andere Erfahrungen gemacht. „Die schmeißen hier nicht nur den Müll hin, sondern sitzen dann auch noch mitten drin, trinken und rauchen. Machen die das bei sich im Wohnzimmer vielleicht auch so?“

Er steht am Ufer des Königssees in Astederfeld – an dem Uferbereich, den der Angelverein gepachtet hat. Dort ist baden ausdrücklich verboten. Doch nicht nur das ignorieren viele Besucher. „Die Leute baden hier, machen die ganzen Uferbereiche kaputt, stören die Fische und werfen auch noch ihren Müll hin. Also ich bin langsam mit meiner Geduld am Ende“, sagt Ingo Frerichs. Er hatte Olaf Oetken, den Leiter des Ordnungsamtes der Gemeinde Zetel, eingeladen, sich die Situation am Königssee anzusehen.

An dem See gibt es einen Uferbereich, an dem das Baden erlaubt ist. An allen anderen Stellen ist es verboten: Der Angelverein hat diese Bereiche gepachtet, um sicherzugehen, dass die Fische im See ungestörte Laichplätze haben. Doch das interessiert viele Gäste am See offensichtlich nicht. „Viele schwimmen auch einfach mitten durch die Angelruten, wenn wir hier sitzen. Das ist denen völlig egal, die zeigen überhaupt keine Einsicht“, sagt Ferichs. Er ist wütend.

Selbst auf direkte Verwarnung reagieren manche nicht. „Da kam neulich eine Gruppe, die hatte eine Holzleiter auf ihr Auto geschnallt. Die wollten vom Ufer ins Wasser springen und brauchten die Leiter, um am Ufer wieder hochzuklettern. Aber selbst auf meine Verwarnung haben die nicht reagiert“, sagt Frerichs. Den Uferbereich haben die jungen Leute damit kaputt gemacht, Angelplätze unbrauchbar gemacht und die Ruhezonen der Fische im See gestört.

Der gesamte Wanderweg rund um den Königssee ist gespickt mit Müll, darunter unzählige gebrauchte Windeln, Verpackungen, Flaschen und Zigarettenkippen. Dafür, das Gelände rund um die Angelgewässer sauberzuhalten, ist traditionell die Jugend des Angelvereins zuständig. „Aber das wird langsam unzumutbar. Einer der Jugendlichen hat sich schon an einer Glasflasche geschnitten“, sagt Frerichs.

Die Gemeinde Zetel kündigt jetzt in Zusammenarbeit mit den Fischereiaufsehern und der Polizei verstärkte Kontrollen an.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales