Delmenhorst - „Dieser Freiraum ist ein ganz wunderbares Erbe.“ Diese Aussage stammt von Prof. Dr. Gerd Turowski, Nabu-Referent für Raumordnung und Regionalplanung, und bezieht sich auf das ehemalige Pultern-Gelände und den Bereich dahinter. Die Stadt plant, hier ein Gewerbegebiet in Kombination mit einem Naherholungsgebiet anzusiedeln. Verschiedene Verbände haben sich zusammengeschlossen, um dies zu verhindern.

Die Kombination aus Eschboden, altem Baumbestand, dem See und Wallhecken mache diese Fläche ebenso besonders wie das Fledermaus- und Libellenaufkommen. „Überall versucht man, so eine Landschaft zu erschaffen. Wir haben sie, aber sie soll zerstört werden. Das ist unsinnig“, sagte Helmut Blauth von der Landesjägerschaft Niedersachsen.

Nach dem Regionalen Raumordnungsgesetz gelte dieser Bereich als „Freiraum“. Dieser sei grundsätzlich zu erhalten und in seiner ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedeutung entsprechend zu sichern und funktionsgerecht zu entwickeln. Laut Baugesetzbuch handele es sich um einen sogenannten Außenbereich, der grundsätzlich von jeglicher Bebauung freizuhalten sei. Ein Bauvorhaben wäre nur zulässig, wenn keine öffentlichen Belange entgegenstünden. „Naturschutz hat eine hohe Gewichtigkeit“, sagte Margitta Spiecker, Nabu-Referentin für Siedlungsentwicklung, dazu.

„Zwischen Bremen und Delmenhorst gibt es nirgends solch einen so großen zusammenhängenden Freiraum“, merkte Turowski an. Blauth ergänzte: „Die verkehrsmäßige Erschließung wäre viel zu aufwendig.“ Hierfür müsste eine Straße über den See angelegt werden. „Eine so wertvolle Fläche könnte man nirgendwo in Delmenhorst ausgleichen“, betonte er.

Außer Nabu und Landesjägerschaft waren auch Vertreter des BUND, ein Fischereikundiger, Vertreter der Bürgerinitiative Menkens Moor und Michael Spiecker, Naturschutzbeauftragter der Stadt, vor Ort.