WILHELMSHAVEN - Das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum und das mobile Umweltbildungsangebot „Mobilum“ unter Trägerschaft des Nabu Niedersachsen starten erstmals ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm zum Thema „Klima und Klimaschutz“. Dabei wendet sich „Mobilum“ an Schüler der 3. und 4. Klassen, das Wattenmeer-Besucherzentrum an solche der Klassen 5 und 6.
Am Mittwoch luden Dr. Juliana Köhler, Geschäftsführerin des Besucherzentrums, und der Nabu-Landesvorsitzende Dr. Holger Buschmann zur Vorstellung des Projekts durch Susanne Ekhoff und Petra Walentowitz von „Mobilum“ sowie Besucherzentrum-Mitarbeiter Michael Schröter ein.
Ausgangspunkt der Zusammenarbeit sei gewesen, Synergien auszuloten, um fernab von Konkurrenz attraktive Zusatzangebote machen zu können, sagte Buschmann. Mit dem „Mobilum“-Duo Ekhoff/Walentowitz habe man dabei eine unglaublich engagierte Besetzung, der es stets gelinge, die Flamme der Begeisterung auf Kinder überspringen zu lassen.
Für die Kinder der Grundschulklassen gibt es zwei Veranstaltungsteile. Zunächst macht Susanne Ekhoff draußen am Beispiel des Jahreszyklus eines Baumes den Naturkreislauf allgemein anschaulich. Darauf aufbauend folgen Nährstoff-, Wasser- und Gaskreislauf. Wassertropfen, die von der Hand abperlen oder Atem, der sich an einem Spiegel sichtbar niederschlägt, sind dabei kleine Formen, die stellvertretend das große Ganze vor Augen führen.
Mit Hilfe der Symbolfigur „Kalle“ wird anschließend Petra Walentowitz die Menschheitsgeschichte der letzten 300 Jahre fokussiert auf den Raum eines kleinen Terrariums sich buchstäblich abspielen lassen. „Kalle“ lebt konfliktfrei in und mit der Natur, bis er unter die Erde vordringt, Kohle, Gas und Öl hervorbringt, damit heizt, Strom erzeugt, Auto fährt und zum großen Kohlendioxid-Erzeuger wird.
„Es ging darum, wie man ein abstraktes Thema kindgerecht aufbereiten kann, ohne kindliche Seelen unnötig zu belasten“, sagt Petra Walentowitz. Die Kinder sollen dann auf der Basis des Erlebten und Gesehenen ein eigenes Klimaschutzkonzept entwickeln.“Es geht nicht um Rückkehr in die Höhle“, betont Susanne Ekhoff, aber vielleicht um die Erkenntnis, dass Fahrradfahren durchaus zur CO-Vermeidung beitragen kann. Mit einer Reihe von Experimenten verblüfft und fesselt Michael Schröter die älteren Jahrgangsstufen 5 und 6. Da lässt das unsichtbare CO-Gas eine Flamme sichtbar erlöschen, wird CO in Wasser gebunden oder durch Verbindung von Kalk und Zitronensäure erzeugt, um vom Experiment im Labor zu den Vorgängen in Ozeanen und Atmosphäre zu gelangen.
Schließlich führt eine „Klimawandeltour“ – offen für Familien – nach Eckwarderhörne und zum Sehestädter Moor, lenkt den Blick sowohl auf Windkraftanlagen wie Kraftwerkstürme.
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