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Football-Talent drängt ins Rampenlicht

07.09.2018

Green Bay Unsicherheit schwingt mit. Noch kann Equanimeous St. Brown nicht sagen, ob er am Sonntag im berühmten Lambeau Field für die Green Bay Packers auflaufen darf. „Der Coach wird sich wohl auf vier Wide Receiver festlegen. Ich hoffe, dass ich dabei bin“, sagte der 21-Jährige. Die deutsche Football-Hoffnung muss weiter Geduld haben.

Equanimeous Tristan Imhotep J. St. Brown, kurz „EQ“ genannt, steht vor dem wohl wichtigsten Wochenende seines Sportlerlebens. Nachdem der NFL-Neuling zuletzt die Reduzierung des Kaders auf 53 Spieler überstanden hatte, muss der Deutsch-Amerikaner nun den Sprung ins Aufgebot für das erste Saisonspiel in der US-Profiliga gegen die Chicago Bears schaffen. Das Rennen ist offen.

Wirft ihn Headcoach Mike McCarthy ins kalte Wasser, könnte der Rookie ein Stück Geschichte schreiben. Als Passempfänger soll St. Brown für Raumgewinn sorgen, im besten Fall für Punkte durch Touchdowns. Denn er spielt im Gegensatz zu all seinen deutschen Vorgängern – wie etwa Sebastian Vollmer oder Markus Kuhn – auf einer so genannten „Skill Position“. St. Brown ist kein Zerstörer, er bekommt den Ball.

Mit seinem Vater hat sich der Modellathlet, 1,96 Meter groß und 97 Kilogramm schwer, für seine Aufgabe bei den Packers vorbereitet. Und John Brown weiß, wie man sich und andere fit macht. Der Amerikaner ist ein ehemaliger Weltklasse-Bodybuilder, zweimal war er in den 80ern Mr. Universum.

Seine drei Söhne, Equanimeous, Osiris (20) und Amon-Ra (18), trainiert er seit dem Kindesalter. Der Älteste steht kurz vor seinem NFL-Debüt, die anderen beiden sind am College.

Alle sprechen fließend Deutsch, das verdanken sie ihrer Mutter Miriam Steyer, die aus Hitdorf in der Nähe von Leverkusen stammt. Das „St.“ im Namen der Kinder steht für Steyer. Ihren Mann lernte sie auf einer Fitnessmesse in Köln kennen. Jahrzehnte nach John Brown soll auch Equanimeous ins Rampenlicht treten.

Spät, erst an Position 207 war das neue Passziel von Quarterback Aaron Rodgers, einer der besten seines Fachs, von Green Bay gedraftet worden. In der Preseason zeigte er solide Leistungen, ohne zu glänzen. Allein die Tatsache, dass er den Cut überstand, verdient aber schon Respekt.

„Ich hoffe, dass ich am Sonntag Einsatzzeit bekomme“, sagt St. Brown. Dabei sein ist erst einmal alles. Geht es um den Ausgang der Saison, schlägt der Mann mit dem ungewöhnlichen Namen forschere Töne an. Die Antwort auf die Frage nach seinem Saisonziel ist kurz: „Der Super Bowl.“

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