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Jungstar geht als Favorit ins Duell der Generationen

19.01.2019

Kansas City Als Tom Brady im Februar 2002 den ersten Super-Bowl-Triumph feierte, war Patrick Mahomes gerade erst sechs Jahre alt. Inzwischen peilt Brady seinen sechsten Titel an, ist zum erfolgreichsten Quarterback der NFL-Geschichte aufgestiegen und mit einem Supermodel verheiratet. Mahomes datet immer noch seine Freundin aus der Highschool, gilt zwar als größter Jungstar im American Football, steht aber erst vor seinem zweiten Playoffspiel. Die Unterschiede im Aufeinandertreffen der Quarterback-Generationen um den Einzug in den Super Bowl in der Nacht zu diesem Montag (0.40 Uhr/Pro7) zwischen den New England Patriots und den Kansas City Chiefs könnten kaum größer sein.

Und doch geht der 23-jährige Mahomes mit seinen Chiefs dank der besseren Bilanz in der Hauptrunde und des Heimvorteils als Favorit in das Duell mit dem 18 Jahre älteren Brady und New England. „Ich weiß, dass jeder denkt, dass wir stinken. Und dass wir keine Spiele gewinnen können“, sagte Brady mit beißendem Spott über die ungewohnte Rolle als Außenseiter: „Es wird ein Spaß.“

Auch die Teams starten mit gänzlich unterschiedlichen Voraussetzungen ins Halbfinale. Die Patriots sind das erfolgreichste Team der vergangenen zwei Jahrzehnte, holten dabei fünf Titel. Die notorisch erfolglosen Chiefs standen zuletzt vor 49 Jahren im Super Bowl, gewannen seitdem insgesamt nur noch fünf Playoffspiele. „Wir versuchen, das ultimative Ziel zu erreichen“, sagte Mahomes. „Die ganze Stadt ist hungrig, dort wieder hinzukommen und zu gewinnen. Diese Gemeinde verdient einen weiteren Super Bowl.“

Diese Saison macht Mahomes in seiner ersten Spielzeit als Starter den Chiefs-Fans so große Hoffnungen wie schon lange nicht mehr. Mit seinem unkonventionellen Passspiel legte Mahomes 50 Touchdowns während der regulären Saison auf. „Mahomes ist ein herausragender Spieler in allen Facetten des Spiels“, schwärmte selbst der sonst knurrige Patriots-Erfolgstrainer Bill Belichick.

Die 50-Touchdowns-Marke erreichten in der NFL-Geschichte vor Mahomes lediglich zwei andere Quarterbacks, auch Brady schaffte es in seiner Karriere nur einmal. Und weil das schon mehr als ein Jahrzehnt her ist, wurde schon mehrfach das Ende der Patriots-Ära beschworen.

Bislang konnte Brady dieses jedoch abwenden. „Ich denke nicht zu viel darüber nach, was die Leute sagen könnten oder denken“, sagte er vor dem Halbfinale im Arrowhead Stadium von Kansas City, das wegen der lautstarken Fans gefürchtet wird. „Ich weiß, dass wir gegen ein sehr gutes Team spielen. Sie hatten eine großartige Saison, und wir müssen in eine der schwierigsten Umgebungen.“

Im ersten Halbfinale gastieren an diesem Sonntag (20.45 Uhr/Pro7) die Los Angeles Rams bei den New Orleans Saints, die eine Runde zuvor den Titelverteidiger Philadelphia Eagles aus dem Rennen geworfen hatten. Der Super Bowl steigt dann am Sonntag, 3. Februar.

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