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Verkatert in die Geschichtsbücher gerannt

02.02.2017

Los Angeles Nach Max McGees Tod 2007 sagte ein ehemaliger Teamkollege und Freund von ihm: „Er wird nun die Antwort auf eine der Fragen des unnützen Wissens sein: Wer erzielte den ersten Touchdown der Super-Bowl-Geschichte?“ Dass die Antwort „Max McGee“ lauten würde, hätte beim ersten Super Bowl der Geschichte vor 50 Jahren in Los Angeles nicht einmal McGee selbst für möglich gehalten.

Helm war nur geliehen

Um 6.30 Uhr am Morgen des Spiels seiner Green Bay Packers gegen die Kansas City Chiefs war er zurück zum Team gestoßen – trotz der Ausgangssperre des Trainers. Sein Ausgang hatte Spuren hinterlassen, McGee war betrunken. In Form war er sowieso nicht: Die gesamte Saison über hatte der 34-Jährige nur vier Pässe gefangen.

Doch urplötzlich war McGee, Wide Receiver, der, der die Pässe des Quarterback fangen und zum Touchdown verwandeln soll, gefragt. Boyd Dowler musste mit einer Schulterverletzung recht früh den Platz verlassen und der heute legendäre Packers-Headcoach Vince Lombardi, nach dem die Trophäe benannt ist, wechselte den Ersatzmann ein.

Der verkaterte McGee, mit einem geliehenen Helm auf dem Kopf, ließ den ersten an ihn adressierten Ball fallen. Kurz darauf fing er aber einen etwas zu kurz geratenen Pass mit einem Arm – und trug den Football in die Endzone. Keine zwölf Stunden nach seiner unerlaubten Partynacht gelang ihm der erste Touchdown der Super-Bowl-Geschichte.

Das Endspiel am 15. Januar 1967 übertrugen – zum einzigen Mal – zwei TV-Sender, ansonsten hielt sich die Aufmerksamkeit in Grenzen. Zwar sahen den ersten Super Bowl offiziell rund 62 000 Menschen im Stadion von Los Angeles. Es hätten allerdings weitere 30 000 hineingepasst – es ist bis heute der einzige Super Bowl, bei dem das Stadion nicht ausverkauft war.

Vor 50 Jahren kamen viele Menschen nicht, obwohl sie eine Karte hatten. Darunter sei auch sein Neffe gewesen, dem er Tickets besorgt hatte, erzählte der damalige Offnesive Lineman der Packers, Jerry Kramer, einmal: „Das waren teure Tickets. Zehn Dollar das Stück.“ Als seine Familie nicht erschien, verschenkte er die Karten. Zum Vergleich: Für den 51. Super Bowl zwischen den New England Patriots und den Atlanta Falcons in der Nacht von Sonntag auf Montag (0.30 Uhr/Sat 1) rufen Ticketbörsen im Schnitt 5100 US-Dollar auf.

Ein Ball für jedes Team

Auch sonst war früher vieles anders: Im Super Bowl I von 1967 standen sich die Sieger der NFL (National Football League) und der konkurrierenden und jüngeren AFL (American Football League) gegenüber. Im Angriff durften die Teams jeweils das Spielgerät benutzen, das in ihrer Liga üblich war. Die Firma Spalding stattete die AFL aus. Dieser Ball war schmaler als das Wilson-Produkt aus der NFL. Seit der Fusion der beiden Ligen im Jahr 1970 wird nur noch mit dem von Wilson gefertigten „Ei“ gespielt.

Im Duell mit dem AFL-Meister aus Kansas City ging es für die Packers auch darum zu zeigen, dass ihre NFL überlegen war. „Dies ist ein ernstes Spiel, und ich nehme es ernst – also solltet ihr es besser auch ernst nehmen“, bläute Lombardi den Spielern in seiner Ansprache auf dem Feld ein.

Seine Worte hatten jedoch den gegenteiligen Effekt. Zu Beginn des Spiels lief bei Green Bay nicht viel zusammen. Erst Max McGees Touchdown löste die Verkrampfung, die Packers siegten mit 35:10 und und gingen als erster Super-Bowl-Gewinner in die Sportgeschichte ein.

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