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NWZonline.de Sport Weitere US-Sport Eishockey

Auf ersten Frust folgt wilde Party

26.02.2018

Pyeongchang Die stürmische Silberparty von Deutschlands Eishockey-Wunderteam war selbst für US-Skistar Lindsey Vonn unwiderstehlich. Als die Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm nach der Schlussfeier am Sonntag das extra für sie noch geöffnete Deutsche Haus enterte, war die Trauer über das nur um 55,5 Sekunden verpasste Gold längst verflogen. „Reißt die Hütte ab“, brüllten die Puckjäger zum Start der letzten großen Sause in Pyeongchang – und die von Nationalspieler Yannic Seidenberg eingeladene Alpin-Legende Vonn war mittendrin.

DEB-Präsident hofft auf Umdenken

DEB-Präsident Franz Reindl setzt nach Olympia-Silber auf ein Umdenken bei den deutschen Eishockey-Clubs. Der 63-Jährige hofft, dass nach den mitreißenden Auftritten bei den Winterspielen deutsche Spieler mehr Wertschätzung erfahren. „Alle Clubs haben jetzt gesehen, dass sich Nachwuchsarbeit lohnt, dass sich die deutschen Spieler in der Welt etablieren können“, sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) am Sonntag nach der Finalniederlage des deutschen Teams.

Stunden zuvor musste Sturm seine Spieler noch trösten. Minutenlang erklärte der Bundestrainer Deutschlands neuen Sport-Lieblingen, was sie mit dem größten Erfolg des deutschen Eishockeys geleistet haben. „Er hat gesehen, dass jeder nur enttäuscht war und hat uns dann klargemacht, dass wir eine Medaille haben“, sagte Kapitän Marcel Goc nach dem 3:4 (0:1, 1:0, 2:2) nach Verlängerung gegen die Stars der Olympischen Athleten aus Russland (OAR).

Sturms Worte zeigten Wirkung. „Deshalb werden wir heute mal richtig die Sau rauslassen“, sagte Stürmer Patrick Reimer, der zuvor besonders geknickt war. Während einer Strafzeit gegen den Nürnberger schossen die Russen in der Verlängerung das Siegtor durch Kirill Kaprisow in der 10. Minute der Overtime. Der große Goldfavorit hatte gegen ein bravourös kämpfendes Team erst 55,5 Sekunden vor dem Ende ausgeglichen. „Hat Ihnen schon mal jemand ins Herz gestochen? So fühlt sich das an“, sagte der starke Goalie Danny aus den Birken, der vom Eishockey-Weltverband IIHF zum besten Torhüter des olympischen Turniers bestimmt wurde.

Nach der Ansprache von Sturm trockneten die Tränen der Deutschen, die die Russen nach Toren von Felix Schütz (30.), Dominik Kahun (54.) und Jonas Müller (57.) beinahe in die Knie gezwungen hätten. Erst mit den Silbermedaillen um den Hals kehrte das Lächeln in die Gesichter zurück. „Ganz Deutschland ist stolz auf uns“, meinte aus den Birken über den Erfolg, der nach 42 Jahren Olympia-Bronze von 1976 verblassen lässt.

Unmittelbar mit Spielschluss gingen Glückwünsche aus der Heimat ein. „Ihr seid Helden! Feiert die Silbermedaille!“, twitterte Fußball-Nationalspieler Thomas Müller. „Absolute Inspiration für Wille, Kampfgeist und Zusammenhalt! Danke!“, schrieb Golf-Profi Martin Kaymer, und Fußball-Weltmeister Lukas Podolski lobte: „Aber ihr habt viele neue Eishockey Fans dazugewonnen und ganz Deutschland hinter euch gebracht. Ihr habt unser Land und Eishockey super präsentiert. Danke für diese geile Zeit!“

Zeit zum Erholen bleibt den Sympathieträger von Pyeongchang kaum. In der Deutschen Eishockey-Liga DEL werden am Mittwoch, Freitag und Sonntag die letzten drei Hauptrunden-Spieltage vor den Playoffs ausgetragen. Tabellenführer EHC München verzichtet für zwei Spieltage auf seine Nationalspieler. „Wir Münchner haben die Nachricht bekommen, dass wir erst am Sonntag spielen müssen, das ist eine sehr gute Nachricht“, sagte Dominik Kahun. Auch Reimer vom Tabellenzweiten Nürnberg Ice Tigers hofft auf eine Spielpause. „Ich denke, dass unsere Vereine auch honorieren, was wir erreicht haben und uns eine Pause gönnen und ’ne geile Party. Wenn wir die hinter uns haben, fokussieren wir uns wieder auf die Liga.“

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