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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Varel

Geschichte: 1950 war jeder vierte Vareler ein Flüchtling

15.09.2015

Varel Mehr als 5000 Flüchtlinge und Vertriebene kamen nach dem Zweiten Weltkrieg nach Varel (siehe Info-Kasten). Die Unterbringung der vielen Heimatvertriebenen, Zugewanderten aus anderen Besatzungszonen und Ausländer bereitete große Probleme. Sie lebten teilweise in Baracken oder in anderen Notunterkünften, teilweise auch in Privatquartieren, die die Vareler abtreten mussten.

Baracken, die oftmals von der Wehrmacht übernommen worden waren, gab es im gesamten Stadtgebiet, unter anderem am alten Warf, an der Grossestraße, Jürgensstraße, Hafenstraße, Meischenstraße, Stettiner Straße und an der Windallee.

Etwa 3000 heimatlose Ausländer wurden in der Vareler Kaserne untergebracht, um die Jahreswende 1949/50 wurden sie nach Friedrichsfeld umquartiert. Anstelle des Lagers wurde ein Altersheim für etwa 1000 über 55 Jahre alte Ausländer, vor allem Polen, eingerichtet.

Der Bau neuer Wohnungen wurde zu einer der wichtigsten Aufgaben der Nachkriegszeit. In Varel wurde er vor allem durch die 1949 gegründete Wohnungsbaugenossenschaft Varel vorangetrieben. Erstes Projekt war der Bau von sechs Mehrfamilienhäusern an der Mozartstraße 1949/50, weitere Wohnblocks wurden zwischen Mencke- und Osterstraße gebaut.

Eine für viele Flüchtlinge, aber auch andere Vareler lebenswichtige Einrichtung war in dieser Zeit die Volksküche, die in einer Baracke an der Windallee untergebracht war. Etwa 1000 Menschen hat sie über schwerste Zeiten hinweggeholfen. Dort wurde auch für die Schulspeisung gekocht, so wurden 1949 täglich 1200 Portionen gekocht. Bis 1950 hatte die Stadtküche bestand.

Auch bei der Versorgung mit Möbeln und Kleidung, auf die vor allem die Flüchtlinge angewiesen waren, half die Stadtverwaltung. So wurden im Februar 1948 vom Landesforstamt 14 Festmeter Holz für den Bau von Möbeln gekauft, allein zehn Festmeter waren für Flüchtlinge vorgesehen.

Eine weitere schwierige Aufgabe für die Stadtverwaltung bestand darin, Schulraum für die Flüchtlinge zu schaffen. 1950 stammten von den 2593 Schülern knapp 30 Prozent aus Flüchtlingsfamilien. 1949 brachte der Wiederauf- und Ausbau der Mädchenschule eine erste große Entlastung. Aus der städtischen Oberschule wird berichtet, dass Flure zu Klassenräumen umgebaut werden mussten, um dem Andrang Herr zu werden. Quelle: „150 Jahre Stadtrechte varel“, herausgegeben von der Stadt varel und vom Heimatverein Varel, Varel 2006

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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