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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Varel

Das Große Sommerinterview: Verkehr in Dangast: Sagen Sie mal, Herr Taddigs...

01.08.2019

Dangast Kilometerlange Staus am Ortseingang: Dangast ächzt vor allem im Sommer und an den Wochenenden unter der Autokarawane in das Nordseebad. Reicht das Verkehrskonzept nicht aus? Muss ein neues her? Viele Leserinnen und Leser sind dem Aufruf des „Gemeinnützigen“ gefolgt, dem Kurdirektor Fragen zu diesem Thema Fragen zu schicken. Im großen Sommerinterview stellte sie Olaf Ulbrich, Leiter der NWZ-Redaktion Varel Johann Taddigs. Er stand Rede und Antwort, beantwortete Fragen und ging auf Vorschläge ein.

Maria Landvogt fragt: Das Verkehrsfiasko an den Wochenende beginnt nicht erst am Ortsschild Dangast, sondern schon in Langendamm. Sind Sie sich dessen überhaupt bewusst? Sie haben vollkommen recht, der Verkehr bewegt sich ab der Autobahnabfahrt über Langendamm in Richtung Dangast. Daher sind alle Anlieger an der Straße betroffen. Solange der Individualverkehr von unseren Mitbürgern als komfortabelste Alternative geschätzt wird und sozusagen am liebsten mit der Autotür die Ladentür geöffnet wird, werden alle Verkehrswege künftig wohl eher mit noch höheren Belastungen konfrontiert werden. Dangast als sehr attraktives Reiseziel auch für Tagesbesucher macht da keine Ausnahme. Es ist also auch ein gesellschaftspolitisches Problem, mit dem unter anderem die Bürger in Langendamm belastet sind.

Uwe Weinhold fragt: Gibt es in der „Schublade“ der Stadt Varel bezahlte Verkehrsgutachten und sind darunter welche, die realisierbar sind? Es gibt bereits verschiedene Gutachten, auf die der sich nun aktuell gründende interfraktionelle Arbeitskreis fachlich stützen kann. Ganz wesentlich ist mir, neben den fachlichen Ansätzen gemeinsam mit den Praktikern und Betroffenen eine pragmatische Lösung zu finden und dann auch zu realisieren.

Eva Schmidt fragt: Das Verkehrsproblem ist seit über zehn Jahren bekannt. Warum braucht die Politik so lange, um Veränderungen zu schaffen? Da darf ich die Politik einmal in Schutz nehmen: Es wird schon seit Jahren intensiv diskutiert und beratschlagt, wie man mit dem Verkehr in Dangast umgeht. Die einzigartige Qualität unseres schönen Nordseebades hat neben den vielen natürlichen und inhaltlichen Vorteilen auch mit seiner Sackgassenanfahrt zu tun. Es wurden einige Gutachten beauftragt, einige Konzepte geprüft, aber der Knoten konnte nicht gelöst werden. Aktuell geht die Politik das Thema mit einem neuen interfraktionellen Arbeitskreis unter Beteiligung des Kurvereins Dangast und auch der Bürgerinitiative erneut an. Wir haben gemeinsam die Hoffnung, dass wir unter Bewertung des Status Quo und der absehbaren Ergebnisse aus dem Entwicklungskonzept Dangast zu neuen Lösungsansätzen kommen, die der Qualität des Nordseebades gerecht werden und das Stadtsäckel nicht überfordern. Es muss gelingen, ein tragfähiges System zu erarbeiten, das den touristischen Akteuren in Varel und Dangast eine sicher Perspektive aufzeigt und bei den Gästen so viel Erlebnis und Nutzen erzeugt, dass keine neuen Barrieren entstehen, sondern im Optimalfall neue Qualitäten. Moderne vernetzte Technik macht heute Konzepte mögliche, die vor Jahren noch nicht denkbar waren und zur damaligen Zeit eine Realisation verhinderten.

Dr. Michael Gieß fragt: Hätte in Dangast nicht längst schon ein Verkehrskonzept erarbeitet werden müssen? Dangast hat ein Verkehrskonzept! Es funktioniert außerhalb der Saison und außerhalb von Feiertagen sehr gut und relativ störungsfrei. Nur an den Schwerpunkten in der Saison und zunehmend an den Wochenenden sind die kritisierten Überlastungen durch einen starken Besucherverkehr vorhanden und bedürfen bei einer weiteren Zunahme des Individualverkehrs einer Konzepterweiterung. Dabei ist es aus meiner Sicht müßig, die Vergangenheit zu beurteilen, sondern eher wichtig, die Zukunft zu gestalten. Im Zuge des Entwicklungskonzeptes Dangast ist eine Qualifizierung des Verkehrskonzeptes in Dangast mehrfach thematisiert worden und wird nun mit einem interfraktionellen Arbeitskreis ergänzt durch den Kurverein Dangast und die Bürgerinitiative Dangast in Angriff genommen. Aufgrund des technischen Fortschrittes bei z.B. Parkleitsystemen und auch Parkraumbewirtschaftungen sowie einer messbar großen Substanz im Tagestourismus gibt es gute Potenziale, das Verkehrskonzept des Nordseebades für den rollenden und ruhenden Verkehr erheblich zu qualifizieren. Ich bin persönlich sehr gespannt und optimistisch und freue mich auf die Arbeit im Arbeitskreis.

Maren Tapken fragt: Ärgert es Sie auch so, dass im Zuge der Verkehrsdebatte die Veranstaltungen in Dangast so negativ dargestellt werden? Ja, es ist absolut ärgerlich und auch verantwortungslos, diese Themen zu vermischen. In Varel und Dangast sind viele Existenzen und Arbeitsplätze davon abhängig, dass der gute Ruf des Nordseebades nicht beschädigt wird. Ich habe tatsächlich nicht selten die Resonanz von Gästen, die nach einem Besuch z.B. des Watt-en-Schlick-Festes begeistert von der Veranstaltung und der gesamten Organisation drum herum schwärmen und sich wundern, warum aus Varel-Dangast so negative Töne kommen. Da sollten alle Beteiligten, bei durchaus berechtigten individuellen Sorgen, Ängsten und Belastung, die notwendige Vorsicht und Sorgfalt walten lassen, damit die langjährige Erfolgsgeschichte des Nordseebades Dangast nicht beschädigt wird.

Klaus Müller fragt: Bei langem Stau gibt es kein Durchkommen für Rettungsfahrzeuge. Wir kann das rasche Eintreffen der Retter garantiert werden? Mit den Rettungsdiensten wurde ein Konzept erarbeitet, dass in den Spitzenzeiten auch auf die Deichverteidigungswege ausgewichen werden kann. Damit können die Rettungsfahrzeuge auf diesen Alternativstrecken dem Stau ausweichen

Marcel Pageler fragt dazu nach: Die alternativen Rettungswege erfüllen nicht die gesetzlichen Maßgaben einer Hilfsfrist von acht Minuten vom Notruf bis zum Eintreffen der Helfer. Denken Sie, dem Patienten mit Herzinfarkt oder reanimationspflichtigen Patienten ist damit geholfen? Bislang ist mir kein Fall bekannt in dem es nicht rechtzeitig funktioniert hat. Bei sehr akuten Gefahrensituationen werden wie zum Beispiel auch auf den Inseln Hubschrauber eingesetzt. Diese Entscheidung treffen die dafür kompetenten Stellen.

Dr. Peter Beyersdorff fragt: Meiner Ansicht nach sollte an den Wochenende in der Hauptsaison ein mit allen technischen medizinischen Geräten ausgerüsteter Rettungssanitäter mit einem E-Bike am Weltnaturerbeportal stationiert werden, der rechtzeitig am Notfallort sein und die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrücken kann. Was halten Sie von dem Vorschlag und wie wäre er realisierbar? Wir haben für Dangast genau wie für Varel und alle weiteren Ortsteile ein sehr gut funktionierendes Sicherheitsnetz. Bisher ist mir kein Fall bekannt gemacht worden, in dem es bei einem Notfall Versorgungsengpässe gegeben hat. Da gilt allen beteiligten Organisationen erst einmal unser Dank. Insgesamt meine ich, dass wir uns in der Bundesrepublik Deutschland glücklich schätzen können, in einem sehr sicheren und qualifizierten Land leben zu dürfen. Ein zusätzlicher Rettungssanitäter würde dieses System sicherlich noch weiter qualifizieren, aber eine direkte Notwendigkeit sehe ich nicht als gegeben.

Monika Westphalen fragt: Ist es möglich, alle Autos nicht schon vor dem Ort abzufangen und nur noch diejenigen durchzulassen, die auf den Campingplatz wollen oder eine feste Unterkunft haben sowie ins Quellbad wollen? Dazu muss man die Verkehrsströme trennen und – wie schon in den vorherigen Fragen beantwortet – Varianten finden, die z.B. die Tagesgäste, die in diesem Fall die Hauptbetroffenen sind, motivieren, das Verkehrsmedium zu wechseln. Mit einem entsprechenden Konzept wäre dies also durchaus möglich, nur sollten dabei unnötige Hürden zwischen dem touristischen Angebot in Dangast und dem interessierten Tagesgast vermieden werden. Unsere rund 250 000 Tagesgäste im Jahr sind ein sehr wesentlicher Wirtschaftsfaktor für den Tourismus in Varel und Dangast, der, um die Angebotsqualität mit vielen Arbeitsplätzen zu erhalten, nicht belastet werden darf.

Clarissa Twenhoefel und Werner Vogel fragen dazu nach: Ist es möglich, Dangast zumindest an den Sonntagen für Autos generell zu sperren? Auf den autofreien Inseln funktioniert das auch ganz wunderbar, man sollte es versuchen... Auch das wäre möglich, nur Dangast ist keine Insel! Wir haben nicht das Erlebnis und den Zwang „ Fähre oder Flugzeug“ zwischen der Autobahn und Dangast. Der an die Küste reisende Gast hat bei seiner Entscheidung uns anzusteuern, schon vorher die Wahl getroffen, nicht eine autofreie Insel zu besuchen. Er hat die Flexibilität der individuellen Anreise und der Beweglichkeit gewählt, um die südliche Nordseeküste zu erkunden. Da sind Radwandern, kulturelle Angebote, Einkaufsmöglichkeiten, vielfältige Naturschönheiten sehr wichtige Argumente, und bei über 90 Prozent der anreisenden Gäste auch die Möglichkeit, mit dem eigenen Auto bis vor das Ferienquartier oder Urlaubsangebot zu fahren. Eine im Arbeitskreis zu diskutierende Möglichkeit wäre sicherlich, unsere Hauptstraße, die Edo-Wiemken-Straße, soweit zurückzuentwickeln und für den Fußgänger und Radfahrer so attraktiv zu machen, dass der Autofahrer freiwillig einen möglichst naheliegenden Parkplatz ansteuert, um diese Attraktivität selbst hautnah zu erleben.

Liselotte Hauschild und Sabine Drews fragen: Könnte man die Ampelschaltung an der Kreuzung Sielstraße nicht anders takten, zum Beispiel längere Grünphasen und für Rechtsabbieger einen grünen Pfeil? Die heutige Ampelschaltung ist das Ergebnis eines langen Prozesses, in dem immer wieder versucht wurde, die Schaltung zu optimieren. Mittlerweile ist die Ampelanlage fast zu einem Computer geworden, der auf viele Sensoren je nach Verkehrslage reagiert. Sicherlich wird die Ampelschaltung und die Ampelanlage überhaupt ein Schwerpunkt in den jetzt vom Rat angestoßenen Diskussionen und Konzepten zur Realisierung eines Konzeptes für den rollenden und ruhenden Verkehr in Dangast sein. Am Ende könnte es sogar ein Leben ohne Ampel geben.

Gabi Beyersdorff fragt:Sie haben bislang auf den Vorschlag nicht reagiert, einen kostenlosen Parkplatz vor dem Ort einzurichten, der sofortige Entlastung bringen könnte – zum Beispiel am und um das Nationalpark-Haus. Wollen sie dieses Konzept nicht zumindest für zwei bis drei Jahre mal testen? Wir sollten dem sich neu etablierenden Arbeitskreis die Möglichkeit geben, alle Alternativen intensiv zu diskutieren und zu prüfen und nach all den Jahren, die schon ins Land gegangen sind, nicht in operative Hektik verfallen. Die Versuchung ist groß, mit spontanen Aktionen zu reagieren, aber ich halte mehr von einer kontrollierten Aktion statt einer Reaktion. Der Rat der Stadt Varel hat die Notwendigkeit einer Qualifizierung des Verkehrskonzeptes für das Nordseebad Dangast erkannt und stellt jetzt mit dem interfraktionellen Arbeitskreis ergänzt um den Kurverein Dangast und der BI Dangast das richtige Forum auf, um Lösungsvarianten zu diskutieren und pragmatische Lösungen zu finden. Eine Anmerkung zum Thema kostenlos: Davon halte ich wenig. Ich meine, ein Besuch des Nordseebad Dangast ist sein Geld wert. Wir sind in der glücklichen Situation, dass unser Angebot hoch attraktiv ist und sollten diesen Wert auch in entsprechende Tarife umsetzen. Dies ist auch eine Frage der Wertschätzung der Arbeit aller am Tourismus beteiligten Arbeitskräfte und Leistungsträger.

Ursula Gloder fragt: Wie lange wollen Sie die Frage nach einer Lösung, beispielsweise eines P&-R-Parkplatzes vor dem Ort, vor sich herschieben? Johann Taddigs: Mit dem interfraktionellen Arbeitskreis ergänzt um den Kurverein Dangast und der BI Dangast hat der Rat der Stadt Varel nun ein Instrument auf den Weg gebracht, nach vielen anderen dringend notwendigen Qualifizierungsprojekten für Varel und Dangast auch das Verkehrskonzeptes für das Nordseebad zu entwickeln. Eine P&R-Lösung wird sicherlich auch eine Alternative sein, die in diesem Forum diskutiert wird.

Gösta Berwing fragt: Was halten sie von diesem Vorschlag: Auf der Weide bei der Ampel entsteht ein Parkplatz (das war vor einigen Jahren mal der Fall, als ein Witzbold das P-Schild umgedreht hatte), eine Ein- und Ausfahrt mit zusätzlicher Ampel wird gegenüber vom Reethaus geschaffen. Ein Parkplatz beim Nationalparkhaus wäre zu weit weg. Dieser Vorschlag ist eine weitere Alternative und auch ein deutlicher Hinweis für unseren neuen Arbeitskreis. Die Autofahrer haben quasi mit den Reifen und Füßen abgestimmt, wo sie sich einen Parkplatz wünschen und welche Fußwege sie bereit sind, in Kauf zu nehmen. Er zeigt auch: Es gibt Alternativen und Chancen, um zu Lösungen zu kommen. Dabei hat die lange Zeitdauer, in der sich Politik und Verwaltung mit Lösungsansätzen beschäftigen, nicht nur negative Effekte. Im Gegenteil, der technische Fortschritt kommt uns entgegen. Freizeit und Urlaub sind ein sehr kostbares Gut mit dem die Menschen sehr sensibel umgehen. Die heutige Gesellschaft legt einen großen Wert auf eine ausgeglichene „Work-Life-Balance“. Unsere Lösungsansätze für den Verkehr im Nordseebad Dangast müssen dies berücksichtigen. Wenn es zum Beispiel zu einen positiven Erlebnis wird, nicht mehr ganz vorne am Strand zu parken, sondern auf einem wo auch immer platzierten Parkplatz Angebote gibt, die dort den Urlaubstag schon einleiten, dann wird die Akzeptanz, das eigene Gefährt stehen zu lassen, mit hoher Sicherheit größer.

Inge Gerdes fragt: Mal ein verrückter Denkanstoß: Im TV bin ich auf eine interessante Verkehrsalternative aufmerksam geworden: eine Seilbahn. Wäre das nicht auch für Dangast etwas, zum Beispiel von einem Parkplatz vor dem Ort zum Strand - zumal das auch einen touristischen Nutzen hätte? Diese Idee ist faszinierend und hätte gleichzeitig auch mit Sicherheit einen entsprechenden touristischen Nutzen. Man könnte – mal weitergesponnen – sogar eine Verbindung über den Jadebusen bis Wilhelmshaven herstellen. Ich kenne Projektansätze, z.B. einzelne ostfriesische Inseln auf diese Weise anzubinden. Technisch möglich, aber die noch nicht sichtbare Realisierung solcher Projekte zeigt, dass zurzeit wahrscheinlich noch wirtschaftliche und weitere Probleme im Wege stehen.

Peter Richter fragt: Ich favorisiere einen neuen Parkplatz vor dem Ort, von dem eine Bimmelbahn die Gäste nach Dangast bringt. Die Kosten könnten in der Parkgebühr bereits enthalten sein. Was sagen sie dazu? Eine solche Bimmelbahn wird wie die Seilbahn eine weitere Alternative sein, deren Funktionalität auf einen Prüfstand kommt. Bei dieser Alternative ist es wichtig zu wissen, wo ein realistischer Standort für einen solchen Parkplatz ist. Von der Fahrstrecke hängt letztlich die Taktung der Bimmelbahn ab. Die Taktung ist schließlich wieder wichtig für die Akzeptanz eines solchen Angebotes. Eine Erfahrung machen wir alle täglich: Warten auf Notwendigkeiten ist „out“. Bei Erlebnissen sieht das ganz anders aus, da wird durchaus einmal eine ganze Nacht kampiert, um bei einem Event ganz vorne zu stehen. Daher muss ein solches System einen sehr schnellen Takt anbieten. Auf das Argument: Im Stau muss man ja auch warten, sei gleich an dieser Stelle reagiert: Sie haben völlig recht, ökologisch ist es sogar wesentlich schädlicher, mit laufenden Verbrennungsmotor im Stau zu stehen. Aber wie bereits in einer anderen Frage angeführt: Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Und nur das Gefühl individuell unterwegs zu sein, den Buggy und weiteres Gepäck an Bord zu haben, nicht auf eine Taktung achten zu müssen usw., scheint zur heutigen Zeit noch stärker zu sein, als z.B. zum Öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV zu wechseln oder andere alternative Verkehrsmittel einzusetzen.

Andreas Krause fragt: Kann man Verkehr im Ort vermeiden, indem die Parkgebühren am Quellbad erheblich erhöht? Diese könnten die Badbesucher mit dem Eintrittspreis verrechnet werden… Der Parkplatz am Quellbad hat eine exquisite Lage und es ist richtig: Der Parktarif sollte dieser Lage durchaus entsprechen. Da ist aus meiner Sicht noch Luft nach oben, eine entsprechende Verrechnung bei Nutzung der unterschiedlichen Angebote rund um den Parkplatz vernünftig und gutes Marketing. Aber, eine solche Lösung darf man nicht isoliert sehen, sondern sie könnte befruchtend auf alternative Angebote mit einem etwas längeren Fußweg wirken. Diese Chance sollte man nicht vorzeitig verspielen, wobei ich als Verantwortlicher im Eigenbetrieb Kurverwaltung Dangast gerne jeden Cent annehme. Aus diesem Grund befürworte ich sehr, dass der neue interfraktionelle Arbeitskreis ergänzt um den Kurverein Dangast und die BI Dangast konzeptionell arbeitet und damit die Chance besteht, dass keine „Insellösungen“ entstehen, sondern die Situation als Chance genutzt wird, um die Zukunft zu gestalten.

Helmut Meyerdierks fragt: Fakt ist, dass es in Dangast zu wenig öffentlichen Parkraum gibt. Ist der alte Parkplatz Deichhörn (frühere Kurverwaltung) verkauft? Er wird durch eine Schranke versperrt… Die Fläche ist innerhalb des Entwicklungskonzeptes verkauft worden, jedoch sind die öffentlichen Parkplätze an der Saphuser Straße nach wie vor nutzbar. Eine Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2013 hat ergeben, dass zu einem Saisonhöhepunkt in Dangast (August, Dorffest, sonniges Wetter, Hauptferienzeit) auf den verschiedenen Parkplätzen noch Plätze frei waren. Leider wurden diese offenbar nicht gefunden. Bei einem neuen Konzept für den ruhenden Verkehr ist dies eine wichtige Information. Es geht also nicht nur um Stellplätze, sondern auch um Lenkung und Führung. Einhergehend mit einer Qualifizierung des vorhandenen Parkraums inklusive privater Parkplatzangebote und einer Verkehrssteuerung können also schon einige Schmerzen behoben werden, ohne Landschaft zu versiegeln. Dann könnte man weiter diskutieren: wo soll Parkraum sein, wo sind die Flächen eigentlich zu kostbar? Eine sehr interessante Aufgabe für den Arbeitskreis.

Waltraud Hollje fragt: Am Lehmweg in Langendamm liegt ein braches Gelände über einer ehemaligen Deponie. Könnte man dort nicht einen Park&Ride-Parkplatz installieren und auch das Gelände gegenüber an der Galgenkuhle? Die Kosten für den Fahrschein könnte man in Dangast in den Geschäften als Gegenwert einlösen lassen. Wäre das möglich? Neben der Frage nach Grundstückstandorten, von denen ich die Eigentums- und die Nutzungssituation nicht spontan abschätzen kann, sollte vorweg die Frage geklärt werden, ob ein Park&Ride-Verkehr auf diese Entfernung von einem anreisenden Tagesbesucher akzeptiert wird. Ist ein Gast z.B. aus Oldenburg bereit, fünf Kilometer vor seinem Ziel das Fahrzeug abzustellen und in ein anderes Verkehrsmedium zu steigen? Die heutigen Nutzerzahlen des ÖPNV sagen eher deutlich: Nein. Selbst ein kostenloser Urlauber-Bus für den Pendelverkehr zwischen den Urlaubsorten an der ostfriesischen Nordseeküste wurde nur sehr zurückhaltend genutzt. Als dann aufgrund der hohen Kostensituation ein Euro für eine Nutzung verlangt wurde, reduzierte sich die Nutzung noch weiter. Da ist unsere Gesellschaft noch in einer Entwicklungsphase. Auf jeden Fall wäre sicherlich einen enge Taktung notwendig, weil das Warten z.B. auf einen Bus als wesentlich störender empfunden wird, als ebenso lange oder sogar noch länger und mit erheblich höherer Umweltbelastung und Kosten im Stau zu stehen. Im Bereich der Freizeit zählen heute Erlebnisse. Für Erlebnisse stellt man sich sogar an und wartet entspannt – siehe für einen leckeren Rhabarberkuchen am Sonntag im Kurhaus. Das Suchen eines Parkplatzes und das Parken wird als Notwendigkeit empfunden, da möchte man keine unnötige Zeit verschwenden. Wenn es gelingt, das Parken und den anschließenden Weg zum Ziel zu einen für eine breites Publikum spürbaren Erlebnis zu entwickeln, dann ist der Standort des Parkplatzes fast egal.

Heiko Prull fragt: Wo könnten Alternativen geschaffen werden für die Anbindung von Dangast? Sein Vorschlag: Die B 437 wird zeitnah verlegt und eine Zufahrt in Höhe des Klärwerks zur Grodenchaussee gelegt (das würde die Ortsteile Langendamm und Dangastermoor entlasten). Vor dem Ortsteil Wehgast sollte eine Anbindung zur Grodenchaussee zum östlichen Parkplatz und der Zufahrt Außencampingplatz durchgesetzt werden. Bei der Schaffung von Lösungen mit einem hohen Aufwand von Infrastruktur und natürlichen Ressourcen sollte auf jeden Fall auch eine Bewertung stattfinden, wie sich der Individualverkehr in den nächsten zehn, 20 und 30 Jahren entwickelt. Auf der einen Seite haben wir auf der technisch rasante Entwicklungssprünge. Auf der anderen Seite wissen wir heute schon, dass die Ressourcen zum Betrieb von Verkehrsmitteln vor einem Wandel stehen ( E-Mobilität, Rohstoffknappheit, alternative Antriebstechniken etc.), die den Individualverkehr sehr wahrscheinlich verteuern werden. Daher sollte ein solcher Vorschlag selbstverständlich aufgenommen und abgewogen werden. Aber er muss sich auch den heute vernünftigerweise mit großem Gewicht versehen Nachhaltigkeitskriterien stellen.

Martina Laux bittet darum: Erhalten Sie bei allen Planungen die idyllische Allee nach Dangast. Wir fragen nach: Bestehen Pläne, dort Bäume zu fällen? Johann Taddigs: Als Kurdirektor des Nordseebades Dangast setze ich mich mit sehr persönlichem Engagement für den Erhalt eines jeden Baums ein. Unsere Lindenallee ist aus meiner Sicht ein ganz besonders wertvolles Merkmal und auch ein Unikat für unser Nordseebad. Aus diesem Grund würde ich jedes Konzept, das eine Fällung der Bäume unserer Allee vorsieht, ablehnen und fordern: Für jeden einzelnen Baum der dort hoffentlich nicht fällt, müssen zwei neue her. Eine komplette Abholzung der Allee aus verkehrstechnischen Gründen wäre für mich ein Unding!

Anja Egerer-Krause fragt: Mein Mann und ich besitzen am Kukshörner Weg 12 b eine Ferienwohnung. Wird daran vorbei eine Zuwegung zur Kurklinik gebaut? Nein! Es wurde eine Zuwegung über die Dauenser Straßsse (Stichweg) und den Weg „Am alten Deich“ geschaffen. Die Nutzungssituation am Kukshörner Weg bleibt unverändert.

Detlef Menges fragt: Am Ende der Sielstraße parken viele Motorräder, die zudem bei der Anfahrt viel Lärm machen. Wird das kontrolliert? Im Nordseebad Dangast gilt die Straßenverkehrsordnung wie im gesamten Bundesgebiet. Dies wird auch immer wieder durch Kontrollen sichergestellt und bestätigt. Dangast ist natürlich auch für Zweiradfahrer sehr interessant und die Klientel, die uns auf Zweirädern erreicht, ist ein gerngesehenes Publikum. Leider gibt es unter den Zweiradfahrern, wie unter allen anderen Verkehrsteilnehmern, immer wieder Nutzer, die nur an ihr eigenes Vergnügen denken und sich rücksichtslos gegenüber der Gesellschaft verhalten. Da ich selbst gelegentlich ein Zweirad nutze und damit auch gerne Dangast besuche, kann ich nur an die betroffenen Zweiradfahrer appellieren, nicht durch ihr peinliches Verhalten ein ganzes Lebensgefühl zu belasten und das Publikum bitten, nicht zu pauschalieren.

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Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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