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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Varel

Sie sagen dem Einwegmüll den Kampf an

27.06.2019

Dangast Es liegt zu viel Müll im Watt – das mussten Anne Seidler und Hanna-Lena Oer bei ihrer Arbeit für das Nationalpark-Haus in Dangast feststellen. Anne Seidler absolviert dort ihr freiwilliges ökologisches Jahr, Hanna-Lena Oer ist dort Praktikantin. Bei Wattwanderungen fanden sie immer wieder Bonbonpapier, Strohhalme oder Kaffeebecher – alles Dinge, die gerade erst benutzt worden waren. Aber auch viele Dinge, die nicht ins Watt gehören und schon zerkleinert waren, fanden sie.

Die beiden befassten sich näher mit dem Problem und ihre Recherchen ergaben, dass 60 Prozent des Abfalls vom Land kommen. Davon entstehen 40 Prozent durch küstennahen Tourismus. „Das darf doch nicht sein“, dachten sie sich und entwickelten die „Nachhaltigkeitsinitiative Dangast“, die sie jetzt der Öffentlichkeit vorstellten. Dazu kamen Gastronomen aus Dangast und Interessierte im Nationalpark-Haus zusammen. Nach einem Vortrag über das Wieso, Weshalb, Warum der weltweiten Vermüllung der Meere stellten Anne Seidler und Hanna-Lena Oer ihre Vorschläge für ein saubereres Dangast vor.

Ein erster Schritt ist die Verringerung von Einwegplastik vor allem in der Gastronomie. Einwegplastik macht momentan einen großen Teil des in Deutschland genutzten Plastiks aus und landet zu etwa 10 Prozent im Meer – in Gebieten mit küstennahem Tourismus ist es noch mehr. Als Alternative werden immer häufiger scheinbar nachhaltige und umweltschonende Biokunststoffe angeboten. Ökobilanzen zeigen jedoch, dass biobasierte Kunststoffe keine generellen Umweltvorteile gegenüber herkömmlichem Plastik aufweisen.

Anne Seidler und Hanna-Lena Oer haben sich umgesehen und entdeckt, dass es in Dangast bereits alternative Strohhalme gibt und es zum Kaffee keine kleinen Kaffeemilchdöschen oder in Folie verpackte Kekse mehr gibt. Darüber hinaus möchten sie Anbietern mit Außerhausverkauf essbares Geschirr und Besteck schmackhaft machen – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn dieses gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Sogar nach Kaffee schmeckende Kaffeebecher sind erhältlich.

Zudem möchten sie ein einheitliches Pfandsystem für To-Go-Becher in Dangast etablieren. Als Besonderheit sollen diese Becher mit einem von Michael Kusmierz künstlerisch gestaltetem Deckel ausgegeben werden. Da die Deckel nicht wiederverwendet werden, können die Touristen diesen auch anderswo nutzen und so Werbung für Dangast machen oder ihn als Souvenir behalten. „Wir müssen alle mit ins Boot holen, das wird zwar ein schwieriger Weg, aber dann hätten die Besucher gar keine Wahl“, sagte Lars Klein, Leiter des Nationalpark-Hauses.

Ein weiteres Problem sind die vielen achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen. Dazu wies Tessa Wefer von der Kurverwaltung darauf hin, dass seit Saisonbeginn kleine Hosenaschenbecher an die Touristen ausgegeben werden. Auch ist angedacht, an den Wegen zum Strand ein Mehrwegaschenbechersystem bereitzustellen. Der Raucher kann dann einen Ascher mitnehmen und beim verlassen des Strands entleeren und zurückgeben.

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