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Aktualisiert vor 1 Minute.

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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Varel

Makkaroni ersetzen den Plastikstrohhalm

09.05.2019

Dangast Was kommt nach dem Plastik? Diese Frage stellen sich vermutlich gerade viele Gastronomen, die Wegwerf-Plastikprodukte wie Plastikteller oder Strohhalme benutzen. Diese Dinge will die EU schließlich ab 2021 verbieten. Zumindest in Sachen Strohhalm hat der Beach Club Sonnendeck in Dangast eine einfache Lösung gefunden: Statt Plastikstrohhalmen kommen hier schon jetzt Makkaroni in den Cocktail.

Diese Alternativen zum Wegwerf-Plastikhalm gibt es

Mehrweg-Plastikhalme sind günstig und bruchsicher, aber oft nicht spülmaschinenfest und werden auch aus Erdöl hergestellt.

Bambus-Strohhalme sind biologisch abbaubar, haben aber eine kurze Lebensdauer, sind schwer zu reinigen und schmecken stark nach Bambus.

Silikon-Trinkhalme sind bruchsicher aber schwer zu reinigen und können oft nicht recycelt werden.

Edelstahl-Halme halten lang, sind spülmaschinenfest, enthalten keine Schadstoffe wie Bisphenol-A und können recycelt werden. Aber die Herstellung ist vergleichsweise aufwendig.

Glashalme können recycelt und gereinigt werden, sind geschmacksneutral und einigermaßen bruchfest.

Papierhalme sind aufwendig in der Herstellung und oft nicht viel ökologischer als Plastikhalme.

PLA-Halme werden zu mindestens 40 Prozent aus Bio-Masse produziert – der Rest kann aber auch Erdöl enthalten. Bio-Plastik ist zudem oft schwer kompostierbar.

Strohhalme, die wirklich aus Stroh sind, gibt es ebenfalls. Sie sind vollständig biologisch abbaubar. Beim Kauf muss man aber darauf achten, Strohhalme für Getränke und nicht zum Basteln zu kaufen.

Keinen Strohhalm zu benutzen ist natürlich immer noch am umweltfreundlichsten.

„Wir haben uns bei der Diskussion um das Plastikverbot gefragt: Was können wir tun, wenn das Verbot kommt?“, erzählt Manuela Koll, Geschäftsführerin im Sonnendeck. Bei ihren Recherchen stieß sie auf alle möglichen Alternativen. Die waren aber oft zu teuer, ökologisch nicht viel sinnvoller als die Plastikvariante, oder für den Gastronomiebetrieb einfach zu unpraktisch. Dann stieß sie über das Internet auf eine Bar in London, die auf Makkaroni-Halme umgestiegen war. „Wir haben das ausprobiert und festgestellt, dass es funktioniert“, sagt Manuela Koll.

Die Vorteile der Nudel-Halme liegen auf der Hand: Sie sind günstig, haben keinen zu starken Eigengeschmack und sind nicht nur biologisch abbaubar, sondern werden von einigen Gästen nach dem Leeren des Cocktail-Glases einfach verspeist. Müll entsteht so keiner.

Ganz ohne Plastikstrohhalme kommt das Sonnendeck aber trotzdem noch nicht aus. „Wir haben immer noch Restbestände, die wir dann für Gäste nehmen, die eine Glutenunverträglichkeit haben“, erklärt Manuela Koll. Auch für Heißgetränke sind die Nudeln natürlich nicht geeignet. Darin werden sie einfach zu weich. In den eiskalten Cocktails sei das aber kein Problem.

Allerdings gebe es relativ viel Bruch. Gerade wenn es zur Happy-Hour etwas hektischer wird, gehe der eine oder andere Nudelhalm kaputt und wandert dann in die Tonne. „Das ist aber immer noch besser, als die Plastikvariante“, sagt Manuela Koll – nur etwas teurer.

Und wie kommt es bei den Kunden an? „Die Leute finden es witzig. Manche fühlen sich damit richtig verwegen und machen Fotos vom Cocktail mit Makkaroni-Strohhalm“, sagt Manuela Koll. Und es zeigt sich, dass die Menschen offenbar auch etwas ins Grübeln kommen: Denn seit das Sonnendeck Nudel- statt Plastikhalme benutzt, ist auch der Verbrauch von Deckeln für To-Go-Getränke gesunken. Die sind schließlich aus Plastik. Wer aber schon einen Makkaroni-Strohhalm benutzt, der möchte wohl möglichst ganz auf Plastik verzichten.

Manuela Koll zufolge spielt Umweltschutz im Sonnendeck ohnehin ein große Rolle. Viele Plastikprodukte habe man bereits durch Papierprodukte ersetzt, es sollen Roll-Ups aufgestellt werden, die Raucher daran erinnern, ihre Kippen nicht am Strand liegen zu lassen und vom Cocktail „Auryn“, der zum zehnjährigen Bestehen des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer in diesem Jahr gemixt wurde, gehen jeweils 50 Cent ans Nationalpark-Haus in Dangast. Serviert wird der Cocktail natürlich mit einem Makkaroni-Strohhalm.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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