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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Varel

Defektes Mobiltelefon verkauft: Drei Monate Haft

08.07.2014

Varel /Oldenburg Weil er ein Mobiltelefon verkauft hat, obwohl er wusste, dass das Telefon defekt war, muss ein werdender Vater nun wegen Betruges für drei Monate ins Gefängnis. Einen entsprechenden Schuldspruch des Amtsgerichtes in Varel hat das Oldenburger Landgericht am Montag in zweiter Instanz bestätigt. Lediglich die Höhe der Strafe wurde um die Hälfte reduziert.

Drei Monate Haft ohne Bewährung hatte im ersten Strafprozess vor dem Amtsgericht auch schon die Staatsanwaltschaft beantragt. Das Gericht hatte diesen Antrag aber um das Doppelte überboten. Aber auch das Landgericht war der Meinung, dass drei Monate Gefängnis ausreichen. Der Schaden habe nur 160 Euro betragen und sei mittlerweile wieder gutgemacht worden, so die Vorsitzende der Oldenburger Berufungskammer am Montag.

Doch die Reduzierung der Strafe war nicht das eigentliche Begehren des 35-Jährigen. Er wollte eine Bewährungsstrafe erreichen. Er habe nunmehr Arbeit gefunden, nehme psychologische Hilfe in Anspruch, habe eine feste Beziehung und werde im Dezember Vater, erklärte er. Doch es half nichts. Eine günstige Sozialprognose konnte auch das Landgericht dem Angeklagten nicht stellen. Der 35-Jährige ist vielfach einschlägig vorbestraft und saß wegen Betruges auch schon einmal im Gefängnis. Die aktuelle Tat hatte er zehn Wochen nach der Entlassung aus dem Gefängnis begangen. Eine Bewährung kam nicht mehr in Betracht.

Der Arbeitsplatz würde wohl erhalten bleiben, die psychologische Hilfe auch, sagte die Richterin am Montag. Und was die feste Beziehung angehe, da wisse man, wie brüchig so etwas sei. Dem Angeklagten wurde geraten, keine Revision gegen das Urteil einzulegen. Wenn die Vollstreckung der Strafe alsbald beginne, könne er im Dezember zur Geburt des Kindes wieder zu Hause sein.