Dangast - Des Rätsels Lösung rückt näher: Der mysteriöse Fund, den René und Petra Günther am Dangaster Kurhausstrand machten, entpuppte sich als ein Schmiedenagel. Dieser kam nach dem Entfernen der dicken Patina aus Rost und Sand schließlich zum Vorschein. Zu Tage gefördert wurde das Stück von Frank Walther.

Er selbst hat im Sand unterhalb des Kurhauses ein ähnliches aber deutlich größeres Teil gefunden. Nachdem er dieses bearbeitet hatte, hielt er einen Löwenkopf aus Gusseisen in den Händen, der vermutlich zu einem Grab des Friedhofs gehörte, auf dem einst das Alte Kurhaus gebaut wurde.

Frank Walther kennt sich mit Metall aus, denn er ist der Geschäftsführer der 1887 gegründeten Maschinenfabrik Winicker & Lieber an der Hansa­straße 1. Aufgrund dieser Erfahrung vermittelte die NWZ  den Experten an Adelheid Demmer.

Sie hatte das rätselhafte Stück Metall im Namen ihrer Tochter und des Schwiegersohns in der Redaktion des „Gemeinnützigen“ abgegeben und um Hilfe bei der Lösung des Rätsels gebeten. „Wir haben dann gemeinsam entschieden, das Stück mit dem Hammer zu bearbeiten“, sagte Adelheid Demmer. Nachdem die ersten Stücke vorsichtig abgelöst waren, platzten in der Mitte zwei Teile ab und legte einen sehr brüchigen und verrosteten Eisennagel frei. „Deshalb haben wir nicht weitergemacht“, sagte sie.

Für eine sanftere Lösung hatte sich zuvor Volker Pape in der NWZ  stark gemacht. Auch er verfolgt den Fall ganz genau. „Man sollte das Stück in Zitronensäure legen“, riet er. Er selbst nutze diese Methode. Denn der Kunstschlosser restauriert oft alte Eisenteile.

„Für uns ist nun interessant, wie alt das Stück ist“, sagte Adelheid Demmer. „Es könnte ja erst vor zehn Jahren von einem Schiff gefallen oder schon Jahrhunderte alt sein.“ Nach wie vor hoffe sie, dass es ein Teil des alten Kirchspiels der Insel Arngast ist, die Mitte des 17. Jahrhunderts im Jadebusen endgültig unterging.

Dabei bot die Hochschule Emden/Leer ihre Hilfe an. „Wir können im Labor das gefundene Eisenteil mittels laserinduzierter Plasmaspektroskopie untersuchen“, sagte Dr. Sandra Koch, Koordinatorin Engineering Physics der Hochschule. Damit könne zwar keine Altersdatierung gemacht werden, aber es lasse sich zumindest sagen, ob es sich um einen modernen Baustahl oder älteres Eisen ohne Zuschlagstoffe handele.

„Durch die Laserablation werden kleine Mengen der Probe abgetragen. Dabei entstehen sehr kleine Krater, die aber aber kaum auffallen werden“, versprach Dr. Sandra Koch. Sie habe vorher schon „sehr wertvolle Proben vom Landesmuseum Emden“ untersucht.

Olaf Ulbrich
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.)