Varel - 20 oldenburgische Pflegeeinrichtungen der Caritas setzen jetzt ein vereinfachtes Dokumentationssystem um. Darunter ist auch das Vareler Altenheim St. Marien-Stift. Mit der „Strukturierten Informationssammlung“ soll darauf geschaut werden, wozu der Bewohner fähig ist und worin man ihn unterstützen könne. Die professionelle Einschätzung im Erstgespräch solle fortan die Weichen stellen.
Durchaus skeptisch war zunächst die Pflegedienstleiterin des Vareler Altenheims St. Marien-Stift, Lidia Thomas. Inzwischen sieht sie aber besonders die Vorteile des ausführlichen und persönlichen Erstgesprächs: „Manchmal schildert eine Tochter etwas, das die betagte Mutter in diesem Gespräch plötzlich korrigiert“, sagt Lidia Thomas. „Wenn man dann zu dritt zu einer guten Lösung kommt, läuft es hinterher wie geschmiert.“
Man gewinne Vertrauen und die investierte Zeit zahle sich mehr als aus. Auch seien die Mitarbeiterinnen überrascht, welches runde Bild eines neuen Bewohners sich durch das Nachfragen im persönlichen Aufnahmegespräch ergebe – im Gegensatz zum früheren bloßen Abhaken und Ankreuzen von Formularen.
„Bis zu 150 Häkchen mussten jeden Tag für jeden Bewohner am Computer gesetzt werden“, weiß der Referent für Pflege des Landes-Caritasverbandes, Horst Geers.
