VAREL/DANGAST - VAREL/DANGAST - Das Rätsel um den – wie berichtet – beim Leuchtturm Arngast geborgenen neunzylindrigen Flugzeug-Sternmotor mit Dreiblatt-Propeller kommt erstmals einer plausiblen Lösung näher.
Wie der Oberfeldwebel der Luftwaffe a D. und Kfz-Meister Jan Plönjes aus Varel gestern der NWZ mitteilte, hat er das Fundstück auf dem Campingplatz beim Hafen Dangast innen und außen vermessen. Die Daten stimmten exakt überein mit denen eines US-Bombermotors, den er – leidenschaftlicher Flugzeug-Liebhaber – als Dekorationsstück im Hause habe.
Danach handele es sich um den Motor einer Boeing B17, der viermotorigen so genannten Fliegenden Festung, ab etwa 1940 Standardwaffe der Strategischen Bomberverbände der US-Luftwaffe.
Dazu passe weiter genau das an dem Fundstück noch vorhandene Planetengetriebe für die Propeller-Verstellung.
Wie Plönjes und weitere Informanten sagten, hat die bisherige Vermutung, es könnte sich um eine Junkers JU 52 der weiland reichsdeutschen Luftwaffe handeln, eine Wahrscheinlichkeit gegen Null. Die JU 52 war fast ausschließlich mit Zweiblatt-Propellern ausgerüstet, von sehr seltenen Ausnahmen abgesehen. Allerdings hatte auch sie Sternmotoren, drei an der Zahl.
Richtig ist nach Auffassung von Plönjes die Hypothese, die Maschine müsse fliegend aufs Wasser aufgeschlagen sein. Der verzogene Propeller indiziere das. Ebenfalls plausibel sei die Vermutung eines Abschusses. Dazu passe sehr gut die Tatsache, dass den ganzen Krieg direkt beim Leuchtturm Arngast der Flugabwehr-Kreuzer „Medusa“ lag. Der Flugzeug-Amateurforscher Olaf Timmermann aus Wardenburg, der entsprechende deutsche und alliiierte Archive aussgewertet hat, teilte sogar zwei gut mögliche Abschussdaten mit: 18. März 1943 oder 13. Dezember 1943.
Plönjes wie Timmermann betonten, es gehe ihnen vor allem um die „menschlichen Schicksale“ des Falles. Behördlich ist der Fund von der Wasserschutzpolizei zum Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven weitergereicht worden. Das Amt will die Stadt Varel einschalten. Sollten „wir zuständig werden, versuchen wir Weiteres zu ermitteln“, so Ordnungsamtsleiter Klaus Engler.
