VAREL - VAREL/BRW - Zu der Seniorenarbeit hat die Verwaltung alle Vorschläge der Ratsparteien und die eigenen Vorstellungen gesammelt. Dabei kristallisieren sich drei neue Aspekte heraus: Varel könnte den Seniorenbesuchsdienst ausweiten, und im Sozialamt könnte ein Seniorenbüro eingerichtet werden, schließlich schlägt Jost Etzold (FDP) die Benennung eines Seniorenbeauftragten vor.
Im Sozialausschuss fand jetzt eine erste Debatte über die künftige Seniorenarbeit in Varel statt. Für die SPD stellte Erich Hillebrand (der im Sozialausschuss nur stellvertretendes Ausschussmitglied ist) für die SPD zum Reizthema Seniorenpass klar: „Alle Vorschläge nehmen Bezug auf den Seniorenpass. Wir haben eine Menge an Seniorenarbeit in einer verhältnismäßig kleinen Stadt. Wollen wir den Seniorenpass kaputtmachen? Da kriegen sie nicht unsere Zustimmung, solange wir die Mehrheit haben.“ Er würde auch davor warnen, den Tag der älteren Generation kaputtzumachen (was als eine unter mehreren Optionen aufgelistet worden war), polterte der Rentner weiter. Und Anke Budde (Arbeiterwohlfahrt) kritisierte die geringe Teilnahme von Sozialauschussmitgliedern beim Tag der älteren Generation.
Susanne Herbst (CDU), Jost Etzold (FDP) und Ausschussvorsitzender Walter Langer (Grüne) wiesen darauf hin, dass ein Konzept zur Seniorenarbeit die Maßnahmen bündeln solle, wie auch Bürgermeister Gerd-Christian Wagner: „Es gibt schon sehr viel Betreuung für Senioren, das muss nur gebündelt werden.“ Walter Langer: „Die Intention hinter den Vorschlägen wird von der SPD nicht verstanden. Es geht nicht gegen den Seniorenpass, sondern darum, wie man die Arbeit verbessern kann.“ Langer wies auch darauf hin, dass man mit dem Seniorenpass nicht alle Senioren der Stadt erreiche. Ein Besuchsdienst sei da eine sinnvolle Sache. „Mit dem Seniorenpass hat man nicht alle Pflichten abgeschüttelt, mit Senioren zu arbeiten“, sagte Susanne Herbst. Hans Varrelmann (Sozialverband Reichsbund) berichtete von seinen Erfahrungen. Eine Beteiligung der Senioren an der Kaffeefahrt oder das Heraufsetzen des Alters seien zum Beispiel Dinge, denen die Sozialverbandsmitglieder durchaus offen gegenüberständen. Ein
Seniorenbüro koste allerdings auch Geld, mahnte Varrelmann. Und Erich Hillebrand wollte wissen, wie die Vereine zu einer Koordinierung der Betreuungsarbeit von Senioren stehen. „Wie funktioniert das?“, fragte Hillebrand nach den Aufgaben eines Seniorenbeauftragten.
