• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Varel

BUND sagt Schottergärten den Kampf an

04.06.2019

Varel Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) im Landkreis Friesland fordert ein Verbot von Schottergärten. Die Kreisgruppe Friesland habe alle Bürgermeister der friesischen Kommunen angeschrieben und einen entsprechenden Antrag gestellt, der in die Bebauungspläne festgesetzt werden soll, schreibt Thomas Coldewey, Vorsitzender der Kreisgruppe Friesland des BUND. Begründet wird das mit dem Umweltschutz. Selbst auf dem Land würden immer häufiger Vorgärten in Wohn- und Gewerbegebieten mit Steinen, Schotter oder Kies zugeschüttet. Teilweise kämen dabei auch Folien zum Einsatz. Das wirke dann wie eine Vollversiegelung des Bodens, schreibt Coldewey.

Die ökologischen Folgen seien gravierend: In den Gärten wachse nichts mehr, Tiere finden keinen Unterschlupf mehr, nährstoffreicher Gartenboden werde komplett abgedeckt und während die Flächen im Sommer extrem aufheizen, kühlten sie im Winter stärker aus. Dadurch schadeten sie der biologischen Vielfalt. Und mehr noch: Schottergärten schadeten durch die unnötigen Transporte dem Klima. Oft käme das Steinmaterial aus China oder Indien und müsse eben erst nach Europa transportiert werden.

Um diese umweltschädlichen Auswirkungen zu verhindern, müsse bereits bei der Bauleitplanung dafür gesorgt werden, dass in neuen Baugebieten keine Schottergärten errichtet werden dürfen. „Dies ist schon aus rechtlichen Gründen zwingend erforderlich, weil Schottergärten nach Baugesetzbuch und Niedersächsischer Bauordnung unzulässig sind“, schreibt der BUND. „Andernfalls wäre dies als Beeinträchtigung in der Kompensationsermittlung zu bilanzieren.“

In den Anträgen an die Kommunen verweist der BUND auch auf das Baugesetzbuch und die Bauordnung. Die schreiben schließlich vor, dass mit Grund und Boden sparsam umgegangen werden muss und die Flächenversiegelung auf das Notwendigste zu begrenzen ist. Zudem dürften die nicht überbauten Flächen auf Grundstücken nur so gestaltet werden, dass sie nicht verunstaltet wirken. Zudem müssen nicht bebaute Flächen Grünflächen sein, sofern sie nicht für eine andere zulässige Nutzung gebraucht werden.

Der BUND argumentiert, dass Gärten, die zum größten Teil aus aufgeschütteten Steinen bestehen, keine Grünflächen sein können und damit auch keine zulässige Nutzung des Grundstücks darstellen.

Stattdessen liefen Schottergärten dem Naturschutz zuwider. „Folgerichtig müsste die Fläche solcherart gestalteter Gärten in vollem Umfang (mindestens 1:1) durch Kompensationsmaßnahmen an anderer Stelle ausgeglichen werden“, schreibt der BUND. Solche Kompensationsmaßnahmen kennt man beispielsweise vom Autobahnbau.

Der BUND fordert, in den Bebauungsplänen für neue Wohn- und Gewerbegebiete Gabionen, Schotter, Split und Kies für die Gartengestaltung auszuschließen. „Besonders in Gewerbegebieten würde eine insektenfreundliche Gestaltung der Freiflächen eine Imageverbesserung der Betriebe bewirken“, heißt es.

In der Gemeinde Zetel hat man bereits gehandelt: Im neuen Baugebiet Zetel-Süd sind Schottergärten Tabu. „Vorgärten müssen gärtnerisch gestaltet werden“, heißt es im Bebauungsplan. „Das schließt eine Versiegelung mit Steinen und Schotter aus“, erläutert Zetels Erster Gemeinderat Bernd Hoinke. Steine dürften lediglich Bestandteil der gärtnerischen Gestaltung sein, aber reine Schottergärten wird es laut Ratsbeschluss im neuen Baugebiet nicht geben. Mit dem Verbot wolle man den Trend eindämmen. Noch gebe es solche Gärten in der Gemeinde aber nur vereinzelt.

Die Entscheidung hatte für viel Aufsehen gesorgt. Während viele die „Steinwüsten“ ohnehin ablehnten, pochten andere darauf, dass jeder auf seinem eigenen Grund und Boden auch seinen Garten gestalten kann, wie man will.


Ein NWZ-Spezial unter   www.nwzonline.de/steingarten 
Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2504
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.