Kreis Vechta - Mehrere Unternehmer wehren sich mit Händen und Füßen gegen eine denkbare Stromtrasse der Tennet entlang der Autobahn 1. Das ist ein Fazit eines Treffens, zu dem der Landkreis Vechta am Mittwoch Tennet-Vertreter, Unternehmer, Bernhard Heidrich vom Amt für regionale Landesentwicklung und Vertreter der Städte und Gemeinden ins Kreishaus eingeladen hatte.

Man sei extra an die Autobahn gegangen, um Platz für die weitere Entwicklung zu haben, sagte zum Beispiel ein Vertreter der Firma Pöppelmann. Eine mögliche Trasse entlang der A 1 würde alle Planungen zunichte machen. Daran hingen auch viele Arbeitsplätze und das weitere Wachstum der Wirtschaft im Kreis Vechta, stimmte auch Landrat Herbert Winkel zu. Die Unwägbarkeiten einer möglichen Trassenführung mache jede Art von Planung schwierig, hieß es auch von kommunaler Seite.

Heidrich versprach, dass alle Einwendungen gehört würden, und auch Tennet bot Gespräche an. Außerdem sei noch nichts entschieden, erläuterten Heidrich und Tennet-Planer Stefan Petersen. Erst im Frühjahr 2017 sei mit neuen Fakten zu rechnen.

Offen sei auch die Frage nach den Standorten für die Umspannwerke. Bereits Mitte September hatte Tennet den aktuellen Stand mit Vertretern von Gemeinden, Landkreisen, Bürgerinitiativen und Behörden diskutiert. Damals hatte Tennet zum Beispiel eine Kombination des bestehenden Umspannwerkstandorts Cloppenburg/Ost mit dem Standort Nutteln (Gemeinde Cappeln) oder die Verbindung der Standorte Nutteln und Nikolausdorf östlich von Garrel als günstig bezeichnet. Ebenfalls geeignet erschienen nach jetzigem Stand unter anderem Umspannwerke in Nutteln und am Flugplatz Varrelbusch (Stadt Cloppenburg) oder in Nutteln und im östlichen Teil der Stadt Friesoythe, so Tennet. Tennet betonte allerdings, es handele sich bei dieser Bewertung lediglich um eine vorläufige Einschätzung. Die endgültige Wahl der Standorte hänge auch davon ab, wo die Leitung von Conneforde nach Cloppenburg schließlich verlaufe.

Beides wolle Tennet in den nächsten Monaten noch einmal prüfen. Ursprünglich sollten diese Planungen bis zum Jahresende abgeschlossen sein und anschließend auf Informationsveranstaltungen vorgestellt werden. Im Projekt Conneforde-Cloppenburg-Merzen könne aber jetzt auf Teilabschnitten Erdverkabelung eingesetzt werden. Diese neuen Bedingungen erforderten mehr Zeit.